Aufgepasst beim Winterurlaub!

In Österreich gilt seit dem 1. Oktober ein Gesichtsverhüllungsverbot. Neueste Fälle zeigen: Die Polizei kann sogar auf einen zu hoch gezogenen Winterschal reagieren. NOIZZ hat die absurdesten Vorkommnisse gesammelt.

Mehrere Dutzend Menschen verstoßen bewusst gegen das Gesetz Foto: Matthias Röder / dpa

„Das Leben ist nicht hainfach!“

Am Freitag heuerte der Apple-Reseller McShark anlässlich einer Shoperöffnung in Wien einen jungen Mann an, der in einem Haikostüm die Aufmerksamkeit der Passanten wecken sollte. Da der Kopf des Maskottchens auch das Gesicht verdeckte, wurde er prompt von Polizisten angesprochen.

Der Geschäftsführer der Werbeagentur Warda-Network schilderte gegenüber heute.at den Fall. So hätten die Polizisten vom Hai verlangt, dass er sofort seine Maske abnimmt, ansonsten wäre er festgenommen worden. Der Mann im Kostüm weigerte sich zuerst, gab dann aber nach und ging mit einer Anzeige nach Hause.

Auf Facebook reagierte Warda-Network humorvoll und meinte: „Das Leben ist nicht hainfach!“

Keine Ausnahme für Straßenmusiker

Glimpflicher davongekommen sind drei Wiener Straßenmusiker. Wegen ihrer Pferdemasken sind sie in der Stadt bekannt, Touristen bleiben stehen und machen Selfies mit ihnen.

Doch das Markenzeichen der Künstler hat ihnen jetzt eine Ermahnung der Polizei eingebrockt. Weil bei ihrem Auftritt die Gesichter nicht zu erkennen gewesen seien, hätte ein „aufklärendes Gespräch über das neue Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz“ stattgefunden, zitiert kurier.at den Polizeisprecher Daniel Fürst.

Auch beim Radfahren müssen Österreicher aufpassen

Der Standard berichtet von einer Wiener Radfahrerin, die bei den niedrigen Temperaturen ihren Schal ins Gesicht zog. Als sie am Rathaus vorbeifuhr, wurde sie von einem Polizisten aufgehalten. Der Beamte forderte sie auf, den Schal herunterzuziehen. Am Ende blieb es bei einer Abmahnung.

Eigentlich ist es ein „Burka-Verbot"

Eigentlich zielt das Gesetz auf Burka- und Nikabträgerinnen ab, sie werden im Gesetz aber nicht genannt. Dadurch fallen auch ein Mundschutz und Clownsverkleidung unter das Verbot. Allgemein gilt: Wer in der Öffentlichkeit sein Gesicht durch Kleidung oder andere Gegenstände verdeckt, sodass es nicht mehr erkennbar ist, muss mit Geldstrafen rechnen.

In Zell am See wurde das neue Gesetz gleich am ersten Tag umgesetzt Foto: dpa

Am Flughafen Wien musste die Polizei ein Dutzend Asiaten mit Mundschutz auf das Verhüllungsverbot hinweisen.

Auch die eigentlichen Adressaten des Gesetzes traf es bereits. Heute.at berichtet von einem Fall in der Wiener U-Bahn, bei der eine Frau sich weigerte, die Verschleierung abzunehmen. Sie geriet in Streit mit zwei weiteren Frauen und kassierte am Ende Anzeigen wegen versuchter Körperverletzung und nach dem Anti-Verhüllungsgesetz.

Quelle: Heute.at