Der Gewinner der World Press Photo Awards 2018 kommt aus Venezuela.

Die Jury in Amsterdam vergab den renommierten Preis an den Fotografen Ronaldo Schemidt. Sein Foto „Venezuela Crisis“ zeigt den 28-jährigen José Víctor Salazar Balza, der in der Hauptstadt Caracas gegen die Regierung des Präsidenten Nicolás Maduro auf die Straße ging.

Augenblicke zuvor war neben Salazar der Tank eines Polizeimotorrads explodiert, woraufhin seine Kleidung Flammen fing. Er überlebte den Vorfall mit schweren Verbrennungen.

Die Unruhen in Venezuela halten das südamerikanische Land schon seit Jahren in Atem. Zwar hat der Staat die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt (mehr als Saudi-Arabien!), trotzdem kommt es immer wieder zu Engpässen von Lebensmitteln und Medikamenten und einer Hyper-Inflation, die einen großen Teil der Bevölkerung hat verarmen lassen.

Präsident Maduro wittert dahinter eine Verschwörung des kapitalistischen Westens gegen seine sozialistische Regierung und geht mit harter Hand gegen Demonstranten und Oppositionsparteien vor. Fotograf Schemidt, der in Mexiko lebt, aber selbst aus Venezuela stammt, erklärte bei der Siegerehrung, dass er sehr genau wisse, was seine Heimat zurzeit durchlebt.

Das waren die Nominierten

Ob Terror, Flucht oder Krieg: Auch die übrigen Bilder, die für den Hauptpreis nominiert waren, zeigen hauptsächlich krasses menschliches Leid und stammen meist aus aktuellen Krisengebieten. Damit setzt sich das Muster der vergangenen Jahre fort. 2017 zeigte das Gewinnerfoto einen IS-Terroristen in der Türkei, 2016 syrische Flüchtlinge an der ungarisch-serbischen Grenze.

Diese Rohingya kenterten bei ihrem Versuch, mit dem Boot aus Myanmar zu flüchten. Foto: Patrick Brown / dpa picture alliance
Die 14-jährige Aisha aus Nigeria wurde von Boko Haram entführt. Sie entkam. Foto: Adam Ferguson / dpa picture alliance
Opfer und Helfende bei einem Terror-Anschlag auf der Londoner Westminster-Brücke Foto: Toby Melville / dpa picture alliance
Die irakische Armee nimmt sich eines Jungen aus Mossul an, das vom IS befreit wurde. Foto: Ivor Prickett / dpa picture alliance
Iraker stehen nach der Befreiung Mossuls für Hilfsgüter an. Foto: Ivor Prickett / dpa picture alliance

Quelle: Noizz.de