Es gibt bereits zehn Tote und 15 Verletzte.

Mitten in einem belebten Geschäftsviertel der kanadischen Metropole Toronto ist ein Mann mit seinem Lieferwagen vorsätzlich in eine Menschenmenge gesteuert und hat dabei mindestens zehn Menschen getötet. 15 weitere wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte. Der Fahrer wurde festgenommen. Es handelt sich um den den 25-jährigen Alek Minassian aus dem Norden Torontos.

Polizisten sind in der Nähe des beschädigten Lieferwagens, der auf dem Gehweg steht Foto: Aaron Vincent Elkaim / dpa picture alliance

Der für die öffentliche Sicherheit zuständige Minister Ralph Goodale sagte, „auf der Grundlage aller verfügbaren Informationen“ sei nicht davon auszugehen, dass eine Gefahr für die nationale Sicherheit bestehe. „Ein schrecklicher Tag in Toronto, sinnlose Gewalt mit vielen Opfern“, hatte er zuvor bei Twitter geschrieben.

Regierungschef Justin Trudeau erklärte, er sei „zutiefst betrübt“, dass sich in Toronto „ein tragisches und sinnloses Attentat“ ereignet habe. Sein Regierung erklärte später, der Begriff „Attentat“ bedeute nicht, dass es eine „terroristische Verbindung dahingehend gibt, dass die nationale Sicherheit bedroht“ sei. Trudeau sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus.

Was war passiert?

Die Tat ereignete sich gegen 13.30 Uhr (Ortszeit, 19.30 Uhr) auf der belebten Yonge Street in Kanadas größter Stadt. Der Fahrer lenkte den Lieferwagen von der Straße mit voller Geschwindigkeit auf den Gehsteig.

„Ich saß im Auto, als ich plötzlich einen weißen Lieferwagen sah, der auf den Gehweg fuhr und die Menschen niedermähte“, sagte der Augenzeuge Alex Shaker dem Fernsehsender CTV. Die Fußgänger seien durch die Luft geschleudert worden. Der Fahrer sei im „Zickzackkurs“ über den Gehweg gefahren.

Der Wagen wurde schließlich auf dem Gehweg gestoppt, die Frontstoßstange war stark beschädigt. Polizeifahrzeuge umringten den Wagen. In sozialen Netzwerken war der mutmaßliche Fahrer zu sehen, ein korpulenter Mann, der sich einem Polizisten aggressiv in den Weg stellte. Im Video eines Augenzeugen ist zu sehen, wie der Fahrer mit einer Waffe auf in Richtung eines Polizisten zeigt und dabei „Töte mich!“ sowie „Schieß' mir in den Kopf!“ ruft. Zu einem Schusswechsel kam es vor seiner Festnahme aber nicht.

Der Vorfall ereignete sich kurz nach einem Treffen der G7-Außenminister in Toronto, an dem auch Bundesaußenminister Heiko Maas teilgenommen hatte. Maas reagierte bestürzt auf den Vorfall. „Wir sind tief getroffen und stehen an der Seite unserer kanadischen Freunde“, schrieb der Minister. „Unser ganzes Mitgefühl gilt den Familien der Opfer“, schrieb der Minsiter auf Twitter.

Sicherheitsminister Goodale sagte, er habe keine Hinweise, dass sich der Vorfall gegen das G7-Treffen gerichtet habe.

Terroranschläge sind in Kanada zwar eher selten, im Oktober 2014 war jedoch ein Soldat in Québec beim Angriff eines Islamisten überfahren und getötet worden. Im Oktober fuhr ein Mann einen Polizisten in der Stadt Edmonton an und attackierte ihn mit einem Messer, bevor er mit seinem Auto in eine Menschenmenge raste und vier Menschen verletzte.

Toronto in Trauer: Ein Paar ist geschockt von dem Attentat Foto: Aaron Vincent Elkaim / dpa

Quelle: Zusammen mit dpa