Und alle so: Yay!

Darauf haben wir lang gewartet: Ab heute gibt es in der Europäischen Union keine Roaming-Gebühren mehr! Wenn du Urlaub in Frankreich machst oder Freunde in Griechenland besuchst, kannst du zum gleichen Tarif wie zu Hause telefonieren und surfen. Aber: Es gibt Ausnahmen.

Was ändert sich mit dem Wegfall der Roaming-Gebühren?

Ab dem 15. Juni dürfen Anbieter kein Extra-Geld für Telefonie, SMS-Versand und mobiles Internet im EU-Ausland verlangen. Du zahlst also genauso viel wie in Deutschland. Die Regelung gilt in allen EU-Staaten sowie Island, Norwegen und Liechtenstein. Auch Großbritannien gehört dazu, solange der Staat noch in der EU ist.

Also gibt es gar keine Extra-Kosten mehr?

In der Regel nicht. Aber es gibt Ausnahmen: Einige Anbieter schränken ihre Leistungen im Ausland ein, sodass am Ende doch zusätzliche Kosten anfallen, hat Stiftung Warentest herausgefunden. Vor allem Kunden mit einer sogenannten Community-Option in ihrem Tarif müssen den Angaben zufolge genau hinschauen: In Deutschland sind für sie Telefonate zu anderen Kunden desselben Anbieters kostenlos oder günstiger. Doch im Ausland gelten diese Vergünstigungen bei manchen Providern nicht: Die Verbindungen werden auf gebuchte Minutenkontingente angerechnet oder kosten so viel wie alle Verbindungen auch.

Gibt es weitere Ausnahmen?

Vereinzelt sind reine Datentarife – etwa für Tablets – nur im Inland nutzbar. Wenn du so einen Tarif hast, solltest du vor dem Urlaub prüfen, ob dein Vertrag eine Roaming-Option enthält und welche Konditionen gelten. Auch Nutzer von Prepaid-Karten können laut Verbraucherschützern Probleme bekommen – weil die Karten kein festes Volumen für Telefonate und Surfen enthalten, das entsprechend auch im Ausland nutzbar wäre.

Ich habe eine Fernbeziehung. Kann ich meinen Freund oder meine Freundin im EU-Ausland ohne Mehrkosten anrufen?

Das ist leider ein Haken an der ganzen Sache: Gespräche aus Deutschland ins EU-Ausland kosten so viel wie zuvor.

Kann ich einen günstigen Vertrag in einem osteuropäischen Land abschließen und dauerhaft in Deutschland nutzen, um Geld zu sparen?

Nein. Wenn eine SIM-Karte häufiger im Ausland als im Inland genutzt wird, liegt der Verdacht des Missbrauchs nahe. Das kann Folgen haben.

Welche denn?

Die Anbieter müssen den Missbrauch zunächst über einen Zeitraum von vier Monaten nachweisen. Verbringt ein Verbraucher mehr als zwei Monate davon im Ausland und nutzt dort seine SIM-Karte häufiger als zu Hause, kann der Anbieter eine Warnung an seinen Kunden schicken. Erst, wenn dieser binnen zwei Wochen nicht reagiert, dürfen Zusatzkosten erhoben werden.

Besteht dadurch nicht die Gefahr, dass Anbieter einfach vorher ihre Tarife verteuern?

Das ist nicht auszuschließen. Teilweise ist es sogar schon geschehen.

Quelle: Noizz.de