CSU-Politiker will Koks kaufen – und geht LKA ins Netz

Teilen
2.1K
Twittern
Kokain Foto: dpa dpa Picture-Alliance

Er habe sich den Stoff krankheitsbedingt besorgt.

Es kann einem fast leid tun, wenn man sich diesen Moment ausmalt. Ein 42-jähriger CSU-Lokalpolitiker – Ortsverbandsvorsitzender, dritter Bürgermeister, eigentlich Kriminalbeamter – lässt seinen Job, Ehefrau und die drei Kinder gedanklich hinter sich und düst mit nur einem Ziel Richtung Bahnhof: Koks kaufen.

Und dann überreicht ihm sein Dealer nicht das Rauschgift seiner Wahl, sondern die Hiobsbotschaft, dass er ein verdeckter LKA-Ermittler ist. Autsch.

Vor mehr als zwei Wochen passierte es wohl genauso in Ansbach, wie die Abendzeitung berichtete. Der 42-Jährige Vater wurde von der Staatsanwaltschaft vernommen und im Anschluss wieder freigelassen.

Noch nicht aus dem Dienst entlassen.

Bisher konnte sich das Polizeipräsidium nicht mit seinem Fall befassen, denn: Direkt nach Festnahme ließ sich der Politiker krankschreiben. Eine Sprecherin erklärte gegenüber der Abendzeitung: "Wir warten das Ergebnis der Ermittlungen ab und entscheiden über eventuelle Maßnahmen im Einzelfall."

Koksen gegen psychische Belastungen?

Warum bringt sich ein Politiker, der ausgerechnet auch Kriminalbeamter ist, in so eine Situation? Müsste er es nicht besser wissen? Seine Krankschreibung nennt eine traumatische Belastungsstörung. In einer Erklärung, die ohne seine Anwesenheit im Gemeinderat vorgelesen wurde, heißt es, er habe Kokain „krankheitsbedingt“ kaufen wollen.

Woher seine angebliche Belastungsstörung rührt, versucht das Statement ebenfalls zu erklären. Die Arbeit an einem Verbrechen in Gunzenhausen habe ihn tief geschockt. Er hätte die drei ermordeten Kinder und deren Mutter in Augenschein nehmen müssen. Aus Kreisen der Behörden ließ sich die Abendzeitung allerdings bestätigen: Der 42-Jährige arbeitete nie an diesem Fall.

Quelle: Noizz.de

Kommentare anzeigen