Weil ihnen wegen einer möglichen Infektion mit Covid-19 der tägliche Freigang untersagt worden war, sind in Sao Paulo über 1.300 Gefangene geflohen. Organisiert wurde die Flucht von einer der größten kriminellen Vereinigungen Brasiliens.

Häftlinge im brasilianischen Bundesstaat São Paulo haben rebelliert und sind am Montagabend (Ortszeit) aus verschiedenen Gefängnissen geflohen, weil den Gefangenen im halboffenen Vollzug wegen des Coronavirus der vorübergehende Freigang untersagt worden war. Das teilte die Regierung des Bundesstaates in einer Erklärung auf Twitter mit. Das Argument war, dass die mehr als 34.000 Betroffenen bei ihrer Rückkehr mögliche Überträger des Coronavirus für die weiteren Insassen gewesen wären.

Massenflucht mit insgesamt mehr als 1.300 Gefangenen

"Eine gefährdete Bevölkerungsgruppe, was zu Gesundheitsrisiken für Beamte und Verwalter führen kann", wie es in der Erklärung hieß. Der Freigang sollte auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Darauf reagierten die Häftlinge in Mongaguá, Tremembé, Porto Feliz und Mirandópolis mit den Aufständen. Medien berichteten von einer Massenflucht mit insgesamt mehr als 1.300 Gefangenen. Ein Video in den sozialen Medien etwa zeigte, wie diverse Häftlinge in Mongaguá an der Küste São Paulos durch die Straße rannten.

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Nach Informationen des Portals "UOL" soll das "Erste Kommando der Hauptstadt" (PCC) die Anordnung zu den Aufständen gegeben haben. Das PCC ist eine der größten kriminellen Vereinigungen Brasiliens, dessen Hauptquartier die Gefängnisse bilden. Es verdient sein Geld mit Drogen, Waffen und Schutzgeld zwischen Paraguay und Bolivien und kontrolliert Favelas. Wie das Gefängnis in Mongaguá, das Platz für 1.640 Häftlinge hat, in dem aber 2.800 untergebracht waren, sind viele Gefängnisse in Brasilien völlig überfüllt.

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[Text: zusammen mit dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de