Gefühlt von Woche zu Woche neue Regelungen, dann wieder Lockerungen der Regelungen – unser aller Alltag steht wegen der Corona-Pandemie immer noch Kopf.

Viele scheinen die Virus-Erkrankung trotzdem nicht mehr ernst zu nehmen – vielleicht auch, weil sie selbst nicht betroffen sind oder niemanden kennen, der bereits an Corona erkrankt ist. Das führt schnell zu Gerüchten und Verharmlosungen à la "Ist ja nur eine Grippe ...". Was wissen wir eigentlich bis dato über Covid-19? Und was ist weiterhin unklar?

Das wissen wir bereits über Covid-19

Der Stand in Deutschland sieht aktuell folgendermaßen aus: Die Gesundheitsämter haben, Stand Dienstag, innerhalb eines Tages 1.499 neue Corona-Infektionen gemeldet.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) mindestens 252.298 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus infiziert.

Bis Dienstagmorgen hatten etwa 226.500 Menschen die Infektion überstanden.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9.329. Seit dem Vortag wurden vier weitere Todesfälle gemeldet.

Damit sind wir als Land bisher gut weggekommen: In Italien haben sich bisher nach offiziellen Angaben insgesamt gut 276.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 35.500 Menschen sind dort bereits an der Virus-Erkrankung gestorben.

Der Hauptübertragungsweg ist eine Infektion durch ausgeatmete Tröpfchen und Aerosole. Das kann direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute der Atemwege geschehen. Aber auch eine Übertragung durch kontaminierte Oberflächen ist “nicht auszuschließen”, heißt es vom RKI – also beispielsweise indirekt über deine Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

Die Symptome der Krankheit sollte mittlerweile jeder abgespeichert haben: Bei Menschen mit einem intakten Immunsystem löst das Cornoavirus erkältungs- bis grippeähnliche Symptome aus – Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber. Einige Betroffene leiden auch an Durchfall.

Um Infektionen mit Sars-CoV-2 nachzuweisen, nutzen Mediziner PCR-Tests. Dafür nehmen sie Abstriche aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum. Inzwischen wurden mehr als zehn Millionen Tests in Deutschland durchgeführt. Erfasste das RKI in der elften Kalenderwoche (9. bis 15. März) rund 127.000 Corona-Tests, waren es in 33. Kalenderwoche (10. bis 16. August) schon mehr als 875.000, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet.

Um sich vor einer Infektion zu schützen, werden die sogenannten AHA-Regeln empfohlen: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), auf Hygiene achten und Alltagsmasken tragen.

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Und das wissen wir noch nicht über das Corona-Virus

Wie sinnvoll ist die bundesweite Maskenpflicht wirklich? Skeptiker*innen bezweifeln, dass Stoffmasken wirklich notwendig sind – und ja, eine 100-prozentigen Infektionsschutz bietet der Mund-Nasen-Schutz nicht. Sein Vorteil: Zumindest größere Atemtröpfchen fangen sie ab. Aerosole können hingegen an den Maskenrändern entweichen. Gegenüberstehende treffen sie aber so nicht direkt. Trotzdem können sich die Partikel in der Raumluft anreichern – wenn nicht oft genug für neue Frischluft (beispielsweise durch regelmäßiges Lüften) gesorgt wird. Wer diese Partikel einatmet, kann sich anstecken.

Wie lange Menschen, die sich einmal angesteckt haben, immun sind, ist auch noch nicht gänzlich geklärt: Der erste Corona-Infizierte in Deutschland soll schon rund einen Monat nach seiner Genesung keine Antikörper mehr gehabt haben, wie das RND Ende Juli berichtete. Eine RKI-Studie aus Bad Feilnbach hat vor zwei Wochen außerdem gezeigt, dass 39,9 Prozent der infizierten Einwohner*innen erst gar keine Antikörper gegen Sars-CoV-2 gebildet haben. Heißt im Klartext: Du kannst dich, auch wenn du schon Corona hattest, jederzeit neu anstecken – und ob der Krankheitsverlauf dann milder oder schwerer verläuft, weiß auch niemand.

Einfach mal Impfen lassen? Wäre sicherlich die sicherste Option. Doch wann der erste Impfstoff gegen das Virus zur Verfügung steht, bleibt weiterhin unklar. 176 Impfstoffkandidaten listet die Weltgesundheitsorganisation derzeit. Am weitesten vorangeschritten sind die Vakzine der Oxford University, der Firma Moderna sowie der Pharmakonzerne Biontech und Pfizer, wie das RND berichtet. Doch alle Impfungen müssen getestet werden und sicher sein, bevor sie auf den Markt kommen – und das geht nicht einfach mal von jetzt auf morgen.

Auch was Langzeitschäden einer Infektion betrifft, wissen wir noch nichts – doch erste Studien sind beunruhigend. Sie legen nahe, dass langfristige Schäden an Organen wie der Lunge, dem Gehirn oder Herzen auftreten können.

  • Quelle:
  • Noizz.de