Die Erkenntnisse kommen von einem Forscherteam aus London. Hier wurden Schäden am Gehirn, verursacht durch eine Corona-Infektion, untersucht.

Das Corona-Virus wirkt sich stark auf Lungen und Atmung aus, dass vor allem Geschmacks- und Geruchssinn beeinflusst werden, ist allgemein bekannt. Nun hat ein Forscherteam aus London eine Studie durchgeführt, die sich mit Schäden am Gehirn von Corona- und Verdachtspatient*innen beschäftigt.

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Das Gehirn nimmt Schäden durch eine Corona-Erkrankung

Wenn es um das Gehirn und die Nerven geht, scheint das Virus sich vor allem folgendermaßen bemerkbar zu machen: Delirium oder starke Verwirrung bei den Infizierten, Gehirnentzündung, Blutgerinnsel und mögliche Schädigung der Nerven im Körper, die Schmerzen und Taubheit verursachen. All diese Folgen sind rund um den Erdball bei Corona-Erkrankten zu beobachten gewesen.

Gesundheitsminister Jens Spahn beim Launch der deutschen Coronawarn-App in Berlin.

Besonders interessant: Es ist nicht ausschlaggebend, wie stark das Lungenleiden der Patienten ist, um daraus zu folgern, wie stark die neurologischen Folgen sind. Bedeutet: Jemand mit schwachem Lungenleiden kann dennoch starke Gehirnschäden davontragen.

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Kann Corona zu Demenz führen?

Das Forscherteam um Michael Zandi hat 43 Patient*innen untersucht und seine Erkenntnisse hier zusammengetragen. Die Fragen, die er aufwirft, betreffen vor allem Langzeitfolgen von Corona-Erkrankungen: Verwirrung und Delirium etwa sind bei den Patient*innen meist von nur kurzer Dauer gewesen. Was aber nicht bedeutet, dass man jetzt schon folgern könnte, was in Zukunft passiert. Zandi nennt etwa Demenz als mögliche Folge. Er sagt außerdem, dass Corona die Fähigkeit habe, das Gehirn direkt anzugreifen.

Natürlich befinden sich medizinische Befunde und Erkenntnisse bezüglich Covid-19 noch ganz am Anfang – Wissenschaftler*innen beschäftigen sich hier immerhin mit einem neuartigen Virus. Werte oder Beobachtungen aus der Vergangenheit gibt es nicht. Daher sind alle Infos (noch) mit Vorsicht zu genießen. Das allermeiste wird wohl tatsächlich die Zeit zeigen. Allerdings sind Berichte wie die von Dr. Zandi ein Grund mehr, sich und andere zu schützen, Masken zu tragen und sich weiterhin an Kontaktbeschränkungen zu halten.

  • Quelle:
  • Noizz.de