Die Corona-Pandemie trifft Mädchen und Frauen einem neuen Bericht der Vereinten Nationen zufolge besonders hart. In der Krise würden sich bestehende Ungleichheit und Benachteiligungen im sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bereich verstärken. Außerdem steigen die Zahlen des Häuslichen Missbrauchs alarmierend an.

"Fast 60 Prozent der Frauen auf der ganzen Welt arbeiten in der informellen Wirtschaft, verdienen weniger, sparen weniger und haben ein höheres Risiko, in Armut zu geraten", sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Donnerstag in New York.

Gleichzeitig zu den gegenwärtigen Einkommenseinbußen habe die unbezahlte Pflege- und Erziehungsarbeit für Frauen exponentiell zugenommen. "Diese Strömungen verbinden sich wie nie zuvor, um Frauen Rechte zu verwehren und Chancen zu nehmen", so Guterres. Eine besonders dramatische Entwicklung sei die Zunahme der Gewalt gegen Frauen während der häuslichen Isolation. "Fast jede fünfte Frau weltweit hat im vergangenen Jahr Gewalt erlebt. Viele dieser Frauen sind jetzt zu Hause gefangen mit denen, die sie missbrauchen".

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Corona und Häuslicher Missbrauch: Zahlen steigen alarmierend

Wegen der Corona-Krise hätten die Opfer zudem Schwierigkeiten, Hilfe zu erhalten. Wie viel mehr Frauen gegenwärtig weltweit von häuslicher Gewalt betroffen sind, sei dem Bericht zufolge noch nicht klar. Es gebe in einigen Ländern jedoch "sehr besorgniserregende" Berichte von einem Anstieg von etwa 25 Prozent. In anderen Ländern hätte sich die Zahl der Fälle gar verdoppelt.

Zudem sehen die Vereinten Nationen die Gefahr, dass die gegenwärtige Situation zu einer erhöhten Müttersterblichkeit, mehr Schwangerschaften Jugendlicher sowie einem Anstieg von HIV und sexuell übertragbaren Krankheiten führen könnte. So schätzen die UN, dass alleine in Lateinamerika und der Karibik 18 Millionen Frauen den Zugang zu modernen Verhütungsmitteln verlieren könnten.

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[Text zusammen mit: dpa]

Quelle: Noizz.de