Schon zu Beginn der weltweiten Pandemie wurden Stimmen laut, die mutmaßten, dass ein Vitamin-D-Magel in Verbindung mit einem erhöhten Risiko einer Covid-19-Erkrankung steht. Nun gibt eine neue Untersuchung wichtige Hinweise darauf, dass die Hypothese stimmen könnte.

Seit Anfang des Jahres verbreitet sich das Coronavirus auf der ganzen Welt. Genauso lange versuchen Wissenschaftler*innen zu entschlüsseln, was Covid-19 genau mit unserem Körper macht und gleichzeitig, wie wir uns vor dem Virus schützen können. Schnell kam die Theorie auf, Vitamin D könnte helfen. Eine neue Studie erbringt jetzt den bisher wohl besten Beweis dafür, dass sich Menschen mit Vitamin-D-Mangel eher mit Corona infizieren.

Die Theorie, dass Vitamin D im Falle einer Covid-19-Erkrankung helfen kann, ist nicht neu

... und hat seinen Ursprung im Wissen über andere Atemwegserkrankungen. Der Medizin ist nämlich schon lange bekannt, dass derartige Infektionen tendenziell eher in den Wintermonaten anfallen. Die Zeit im Jahr, in der wir weniger Sonne ausgesetzt sind und somit nicht genug Vitamin D über unsere Haut speichern. Auch das Coronavirus kam in einem Wintermonat auf, im Januar.

Corona: einen Impfstoff gibt es bisher immer noch nicht

An der Universität von Chicago nahm sich Professor David Meltzer nun dieser Hypothese an. Meltzer untersuchte die Unterlagen aller Patient*innen, die auf Covid-19 getestet worden waren und deren Vitamin-D-Spiegel im Vorjahr in der Universität gemessen wurden. Seine Ergebnisse teilte er jetzt in einem Bericht in der monatlich erscheinenden Medizin-Fachzeitschrift "JAMA".

Dort heißt es: "In dieser Kohortenstudie mit 489 Patienten [...] war das relative Risiko, positiv auf COVID-19 zu testen, bei Patient*innen mit wahrscheinlichem Vitamin-D-Mangel 1,77 Mal höher als bei Patient*innen mit einem wahrscheinlich ausreichenden Vitamin-D-Status." Dabei handle es sich um einen statistisch signifikanten Unterschied.

Die Untersuchung hat statistische Signifikanz, allerdings reicht das noch nicht aus

Und was bedeutet das jetzt genau? Die Ergebnisse scheinen eine Rolle des Vitamin D beim COVID-19-Risiko zu unterstützen. Allerdings gibt Meltzer auch klar zu bedenken, dass die Belege nicht ausreichen. Es müsse eine randomisierte kontrollierte klinische Studien folgen. Und was soll jetzt schon wieder sein? Ganz einfach: Randomisierte kontrollierte Studien sind in der medizinischen Forschung das nachgewiesen beste Studiendesign, um bei einer eindeutigen Fragestellung eine eindeutige Aussage zu erhalten.

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Fazit: Meltzer hat signifikante Hinweise auf den Zusammenhang zwischen Covid-19 und Vitamin-D-Mangel gefunden, eine eindeutige Aussage kann er mit seinen Ergebnissen trotzdem nicht treffen.

Wofür braucht unser Körper Vitamin D noch gleich?

Vitamin A, Vitamin B, Vitamin B12, Vitamin C – da kann man schonmal den Überblick verlieren. Warum unser Körper Vitamin D so dringend braucht und woher wir es bekommen, haben wir dir hier noch einmal in Kürze zusammengefasst:

Vitamin D braucht unser Körper für viele verschiedene Dinge, zum Beispiel spielt es eine wichtige Rolle für unsere Knochengesundheit, unsere Muskulatur und unsere Haare. Eine weitere Aufgabe ist die Unterstützung des Immunsystems. An der Stelle kommt dann potenziell auch die Verbindung mit dem Coronavirus ins Spiel.

Vitamin D kann man sich nicht nur über eine Portion Sonne einholen. Auch gewisse Lebensmittel spenden das fettlösliche Vitamin. Zum Beispiel: Fettfische wie Lachs, Hering und Makrele, Eigelb und einige Speisepilze.

Quelle: NOIZZ-Redaktion