Forschungen an einem Impfstoffe für das tödliche Coronavirus laufen auf Hochtouren. Und schon drei Impfstoffe sind bereit für klinische Versuche. Doch es gibt auch schlechte Nachrichten.

Corona kostet jeden Tag Leben, schon fast zwei Millionen Menschen sind an dem Virus erkrankt. Die größte Frage für viele lautet dementsprechend: Wann kommt ein Impfstoff? Die guten Nachrichten: 70 potenzielle Corona-Impfstoffe sind momentan weltweit in Entwicklung, laut Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Drei sind sogar schon bereit, an Menschen getestet zu werden. Trotzdem ist es extrem unwahrscheinlich, bis nächstes Jahr einen sicheren Impfstoff zu haben.

Normalerweise brauchen sie mehrere Jahre und Hunderte Millionen von Euros, um entwickelt zu werden. Doch im Fall von Corona versuchen Wissenschaftler, diesen Prozess erheblich zu verkürzen. Das könnte allerdings gefährlich sein.

Italienische Labor-Arbeiter werten Corona-Tests aus

Experten warnen vor voreiligen Impfstoffen

Ein falscher Impfstoff könnte sogar zu einer Schwächung des Immunsystems führen, anstatt einer Stärkung, in schlimmsten Fällen kann ein falscher Impfstoff sogar töten. Das passierte schon einmal 1976, als ein falscher Impfstoff 450 Menschen lähmte und 30 tötete.

Voraussichtlich würde die Entwicklung eines sicheren Corona-Impfstoffs ein bis eineinhalb Jahre dauern – und selbst dieses Ziel sei sehr optimistisch. Einer der Erfinder des Rotavirus-Impfstoffs, Paul Offit, sagte gegenüber des Senders CNN, er fände die Aussicht, in einem Jahr einen Impfstoff zu haben, "lächerlich optimistisch". Die Entwicklung seines Impfstoffs dauerte 26 Jahre.

Impfstoff-Entwicklung ist ein jahrelanger Prozess

Auch andere Forscher äußern sich kritisch gegenüber der Einschätzung. Dr. Amesh Adalja von der Johns Hopkins Universität sagt, Impfstoff-Entwicklung wäre normalerweise eine Sache von Jahren, nicht Monaten. Noch vor einigen Wochen hatte US-Präsident Trump behauptet, es gäbe schon in drei bis vier Monaten einen Impfstoff – absoluter Schwachsinn, also.

Krankenhaushelfer mit einem Beatmungsgerät für Corona-Patienten

Bevor Impfstoffe freigegeben würden, gebe es normalerweise erst Tests an Tieren. Dann fangen Tests mit Menschen an, vorerst an einer kleinen Gruppe. Dann würde mehrere Hundert getestet, besonders Mitgliedern einer Risikogruppe. Erst wenn nach diesem Test die Resultate positiv ausgehen, würde der Impfstoff noch einmal getestet werden, diesmal an Zehntausenden Menschen. Die Dauer dieses Prozesses beträgt normalerweise acht bis zehn Jahre. Am Ende der ganzen Kette an Tests steht dann noch der essenziellste Schritt: Genug Impfstoff für die ganze Welt herstellen. Und das könnte weitere sechs Monate dauern.

Eine Corona-Leiche wird in New York in einen Kühltruck geladen

Ein schlechter Impfstoff kann schlimmer als ein Virus sein

Die einzige Möglichkeit, die versprochenen 18 Monate einhalten zu können, wäre, wenn man manche Schritte beschleunigt und nicht alle Daten analysiert, so Dr. Emily Erbelding, ein Experte des nationalen US-Gesundheitsinstituts, gegenüber CNN.

"Das Einzige, was gefährlicher ist, als ein schlimmer Virus, ist ein schlimmer Impfstoff", so Dr. Mike Ryan, ein führender Kopf des Notfall-Programms der WHO.

Schon fast 120.000 Menschen sind weltweit an COVID-19 gestorben. Ein Impfstoff ist also für alle Forscher die oberste Priorität.

  • Quelle:
  • Noizz.de