Ruft der Papst in Corona-Zeiten zum Märtyrertod von Jugendlichen auf? Was wie ein Witz klingt, scheint angesichts eines Tweets gar nicht mal so unwahrscheinlich. Wir haben so viele Fragen.

Da scrollt man ganz ahnungslos durch seinen Twitter-Feed – der besteht hauptsächlich aus Home Office-Bildern und #Staythefuckhome-Aufrufen – und plötzlich siehst du ihn: Den wohl unvernünftigsten Tweet zu Corona ever! Der Verfasser ist nicht etwa der nervige Berghain-Boy von nebenan, der zu einer Corona-Party aufruft. Nein: Es ist Papst Franziskus höchstpersönlich.

Märtyrertod für Jugendliche

Richtig gelesen: Pünktlich zum Palmsonntag twitterte er quasi einen Aufruf zum Märtyrertod für Jugendliche. Glaubst du nicht? Hier ist sein Tweet:

Er schreibt: "Liebe Jugendliche, fühlt euch berufen, euer Leben einzusetzen. Habt keine Angst, es für Gott und die anderen zu geben, ihr werdet dabei gewinnen!"

Dass wir uns nicht missverstehen – will er damit quasi Folgendes sagen: "Stürzt euch ins Corona-Getümmel, liebe Jugendliche und habt keine Angst, euch bei der Aufopferung für andere und für Gott anzustecken und draufzugehen. Hinterfragt das jetzt bitte nicht – nehmt den Tod einfach hin, der lohnt sich"?

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Leider kein Fake-Account

Nachdem wir erstmal gecheckt haben, ob das nicht vielleicht der Fake-Account eines Comedians ist, der zweite Schock: Nein, es ist der offizielle deutschsprachige Account des Papstes – und auf anderssprachigen Accounts ist der Tweet ebenfalls in Übersetzung zu finden, wie hier auf Französisch:

Der skurrile Tweet des Papstes auf Französisch

Den Beweis, dass wir den Tweet nicht als einzige äußerst bedenklich finden, liefern die fassungslosen Kommentare darunter. Während manche Twitter-User angesichts des Aufrufs zum Märtyrertod von Jugendlichen völlig außer sich sind, fragen andere verunsichert, wie genau der Tweet gemeint sei. Ein User, der sich in seiner Twitter-Bio als "traditioneller Katholik" bezeichnet, gibt die (etwas verstörende) Antwort:

"Er bezieht sich zum Palmsonntag auf die Passion Christi. Er starb für unsere Erlösung. Die Seele ist mehr wert als das Leben. Wer sein Leben für Gott lebt muss den Tod nicht fürchten. Es ist besser für Gott zu sterben als für den Teufel zu leben. Gedenke all den Märtyrern."

Aha. Wir haben es also richtig verstanden. Warum ein Papst (oder sein Social Media-Team) heutzutage so etwas von sich geben darf – und vor allem, warum es irgendwie keinen zu interessieren scheint – das ist mehr als fraglich.

Bleibt bitte einfach drin, liebe Jugendliche.

kat

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Quelle: Noizz.de