Dabei waren Arafat Abou-Chaker und Bushido einmal dicke Freunde.

Das Klima ist schon lange schlecht, der Ton aufgeheizt und auch Gerüchte über Gewalt gibt es schon länger. Doch jetzt gibt es offenbar erstmals konkrete Hinweise. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat nach Informationen der "BILD" gegen mehrere Mitglieder des großen Abou-Chaker-Clans Ermittlungen eingeleitet. Der Clan-Chef soll Morde in Auftrag gegeben haben an den Rappern Bushido, Farid Bang und Kollegah.

Rückblick: Bushido und Clan-Chef Arafat Abou-Chaker waren früher Geschäftspartner, Freunde, Brüder – nach damaligen Aussagen. Der Clan und seine Mitglieder tauchten immer wieder in Bushidos Umfeld auf, wurden in Songs wie "Sonnenbank Flavour" und auch im Film "Zeiten ändern dich" genannt.

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Damals waren sie noch Freunde, Partner, Brüder: Bushido und Clan-Chef Arafat Abou-Chaker (2. v. l.) bei der Premiere des Films "Zeiten ändern dich" 2010 Foto: dpa picture

Im März 2018 kam dann der Bruch zwischen Bushido und dem Abou-Chaker-Clan. Der Rapper sagte sich von der Familie los, rechnete im Track "Mephisto" öffentlich mit seinem einstigen Freund und Geschäftspartner ab, stand mehrfach unter Polizeischutz.

Zur damaligen Zeit sollen die Mord-Pläne geschmiedet worden sein. V-Leute aus der Szene berichteten den Ermittlern, Arafat Abou-Chaker habe Familienmitglieder wie Brüder und Cousins angewiesen, gewalttätige Angriffe gegen die Rapper durchzuführen – auch mit Schusswaffen-Einsatz.

Auf Farid Bang und Kollegah hatte der Clan es ebenfalls abgesehen Foto: dpa picture alliance

Die Motive für die Mordpläne: Im Falle von Bushido soll es um Rache wegen der Trennung gegangen sein. Farid Bang und Kollegah gerieten offenbar ins Fadenkreuz des Paten, nachdem sie ihn verbal beleidigt hatten. Der Pate und Farid Bang sollen bei einem Hip-Hop-Festival in München 2017 schwer aneinander geraten sein.

Auf dem Album "JBG 3" von Farid Bang und Kollegah wurde Bushido dann schwer beleidigt. Zur damaligen Zeit stand er jedoch noch unter Clan-Schutz und war Arafts Geschäftspartner. Der Pate forderte daraufhin mehrfach, die Beleidigungen müssten gesühnt werden.

Wie "BILD" weiter berichtet, sollen Farid Bang und Kollegah nun vorgeladen und zum Fall befragt werden. Die Berliner Ermittler sollen dafür die Polizei in Mainz und Düsseldorf um Amtshilfe gebeten haben.

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Gegen die Clan-Mitglieder wird ermittelt wegen versuchter Anstiftung zum Totschlag, zur schweren räuberischen Erpressung, versuchter Anstiftung zum Menschenraub und versuchter räuberischer Erpressung.

Staatsanwaltschaft, Polizei und auch die betroffenen Rapper wollten sich bisher auf Anfragen nicht äußern. Der Manager von Kollegah sagte gegenüber "BILD": "Leider können und dürfen wir uns dazu nicht äußern."

Quelle: Noizz.de