Sie trug beim Sex einen Strap-On-Penis und gab sich als Mann aus.

Diese Geschichte klingt einfach zu krass. Auf Facebook verliebte sich eine junge Britin in einen 27-jährigen Mann namens Kye Fortune. Ein Jahr lang hatten die beiden eine Online-Beziehung, bis sie sich miteinander trafen, um Sex zu haben.

Doch bei ihren Treffen sollte die Frau eine Augenbinde tragen. Kye sagte, dass er sich einer Krebs-Behandlung unterzöge und deshalb nicht wollte, dass sie seinen kranken Körper sähe. Insgesamt 15 Mal hatten die beiden Sex, sahen auch zusammen TV – bis sich die junge Frau schließlich die Augenbinde vom Gesicht nahm.

Dann der Schock: Es war nicht Kye, mit dem sie Sex hatte. Sondern eine Frau mit Strap-On-Penis. Ihr wahrer Name: Gayle Newland.

Newland hatte sich eine Fake-Identität auf Facebook zugelegt und die Fotos eines amerikanischen Mannes verwendet. Wenn sie mit ihrem Opfer telefonierte, senkte sie stets ihre Stimme.

Wegen sexueller Nötigung wurde Gayle Newland jetzt zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Sie hatte bereits ein anderes Opfer mit der gleichen Masche verführt.

In Deutschland gibt es ähnliche Fälle

Der Name Catfishing für das Phänomen stammt aus den USA, doch die üble Masche mit den Fake-Identitäten gibt es auch in Deutschland. Die Hamburgerin Victoria Schwartz brachte das Thema in die Öffentlichkeit, weil sie über ihre eigene Geschichte bloggte und ein Buch darüber schrieb. Viele Opfer meldeten sich daraufhin bei ihr und erzählten, dass auch ihnen falsche Liebe im Internet vorgegaukelt wurde.

Selten dreht es sich in diesen Fällen um finanzielle Interessen. Die Täter oder Täterinnen bräuchten Aufmerksamkeit und würden häufig unter psychischen Störungen leiden. Für viele sei es auch ein Weg, um eine unterdrückte Sexualität auszuleben.

Das Internet hat viele gute Seiten. Catfishing ist definitiv keine davon …

[Teaserbild: Handcuffs with black background unter CC]

Quelle: The Guardian