Im Prozess Bushido gegen Arafat Abou-Chaker kommt ein Thema nach dem anderen auf den Tisch. Zuletzt musste der Rapper Richter Martin Mrosk Frage und Antwort in Bezug auf die innige On-Off-Freundschaft zu dem Clan-Chef stehen. Jetzt werden wieder die harten Geschütze aufgefahren: Bushido berichtet von womöglich illegalen Waffen.

Der Rapper Bushido hat im Prozess gegen seinen langjährigen Geschäftspartner von einer Schusswaffe gesprochen, die er im Umfeld des Clanchefs wahrgenommen habe. Vor allem einer der Brüder von Arafat A.-Ch. habe die aus seiner Sicht scharfe Waffe getragen, sagte der Musiker am Montag vor dem Landgericht Berlin.

"Waffen spielten eine Rolle", so der Zeuge mit dem bürgerlichen Namen Anis Ferchichi. Bei Touren seien "Dinge wie Totschläger Standardrepertoire gewesen". Er selbst aber habe nie eine Waffe bei sich geführt. "Ich bin Pazifist", so der 42-Jährige.

Bushido soll bedroht, beschimpft, eingesperrt und attackiert worden sein

Der Rapper ist in dem Verfahren Zeuge und Nebenkläger. Die Anklage geht davon aus, dass es zu Straftaten zu seinem Nachteil gekommen sei, nachdem Bushido 2017 die langjährigen Geschäftsbeziehungen aufgelöst habe. Arafat A.-Ch. habe dies nicht akzeptieren wollen. Bushido soll bedroht, beschimpft, eingesperrt und mit einer Wasserflasche sowie einem Stuhl attackiert worden sein.

Dem 44-jährigen Clanchef werden unter anderem versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Drei seiner Brüder sind mitangeklagt.

Rapper Bushido beim ersten Prozesstag gegen Arafat Abou-Chaker

Bushido steht seit Ende August im Zeugenstand. Er hatte die Beziehung zu Arafat A.-Ch. mit einer "Zwangsheirat" verglichen. Der Clanchef habe an ihm viel verdient. "Sehr dominant" sei Arafat A.-Ch. aufgetreten, schilderte Bushido am inzwischen 14. Prozesstag weiter. Auf ihren Touren sei es auch zu Gewalt gekommen. Arafat A.-Ch. habe sich aber "nicht selber die Hände schmutzig gemacht".

Würde es Stress mit irgendwelchen Gruppierungen geben, sei man handlungsfähig

Von einer Schusswaffe wisse er, sagte Bushido weiter. Er habe sie bei einer Fahrt im Tourbus gesehen. Aus seiner Sicht habe es sich nicht um eine Schreckschusswaffe gehandelt. Das habe er aus Äußerungen geschlossen. "Würde es Stress mit irgendwelchen Gruppierungen geben, sei man handlungsfähig", habe es geheißen.

Der Prozess wird am 18. November fortgesetzt. Wegen einer Corona-Infektion von Bushido war zuvor eine zweiwöchige Zwangspause eingelegt worden.

[Zusammen mit: dpa]

  • Quelle:
  • NOIZZ.de