Bundesgerichtshof: "Kundin" kein Muss in Formularen

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Der Bundesgerichtshof wies die Klage einer Seniorin zurück, die von ihrer Sparkasse als "Kundin" angesprochen werden wollte Foto: Uli Deck / dpa picture alliance

Seniorin hatte Sparkasse verklagt.

Im Fall der Seniorin, die ihre Bank verklagt hatte, weil sie sich mit der Bezeichnung „Kunde“ in einem Formular ihrer Bank als Frau nicht angesprochen fühlte (NOIZZ berichtete), ist es nun zu einem Urteil gekommen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat entschieden, dass Frauen kein Recht auf eine weibliche Ansprache in Formularen haben. Das oberste deutsche Zivilgericht wies die Revision der Sparkassen-Kundin aus dem Saarland zurück.

Klägerin Marlies Krämer (80) fühlte sich mit männlichen Formulierungen wie „Kunde“ oder „Kontoinhaber“ nicht angesprochen und pochte auf die Ansprache als „Kundin“ oder „Kontoinhaberin“. Sie sah in der Ansprache einen Verstoß gegen den im Grundgesetz garantierten Gleichheitsgrundsatz.

Obwohl der BGH ihre Klage zurückwies, will Marlies Krämer weiter für ihr Recht kämpfen. Foto: dpa picture alliance

„Es ist mein verfassungsmäßig legitimes Recht, dass ich als Frau in Sprache und Schrift erkennbar bin“, argumentierte sie. Das sieht der VI. BGH-Zivilsenat mit seinen drei Richtern und zwei Richterinnen nicht so: Mit der verallgemeinernden Ansprache in männlicher Form werde sie nicht wegen ihres Geschlechts benachteiligt. Die Anrede „Kunde“ für Frauen sei weder ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht noch ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz.

Die Klage der engagierten Kämpferin für Frauenrechte aus dem Saarland war schon in den Vorinstanzen erfolglos geblieben: Schwierige Texte würden durch die Nennung beider Geschlechter nur noch komplizierter, argumentierte das Landgericht Saarbrücken.

Trotz ihrer Niederlage nun auch vor dem BGH denkt die kampferprobte Seniorin nicht ans Aufgeben: „Ich ziehe auf jeden Fall vor das Bundesverfassungsgericht“, kündigte sie bereits vorab an. Notfalls will sie die weibliche Formular-Sprache vor dem Europäischen Gerichtshof durchsetzen.

Marlies Krämer hat im Laufe ihres Lebens schon andere juristische Schlachten für sich entschieden: So verzichtete sie in den 90er Jahren so lange auf einen Pass, bis sie als „Inhaberin“ unterschreiben konnte. Später sammelte sie erfolgreich Unterschriften für weibliche Wetter-Hochs, davor wurden Frauennamen nur für Tiefs verwendet.

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de

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