Nach seinem Coming-out wurde ein trans* Mann an einer evangelischen Schule in Bremen schwer gemobbt und psychisch traumatisiert. Mehrere Jahre hat er gebraucht, um seine Peiniger*innen anzuzeigen. Die Schule ebenso wie die dazugehörige evangelikale Gemeinde wollen von den Vorwürfen derweil nichts hören und geben sich jetzt als tolerant aus.

Fünf Jahre hat Max gebraucht, um das Martyrium, das er an seiner alten Schule, der Freien Evangelischen Bekenntnisschule Bremen (FEBB), erfahren hat, anzuzeigen. Max, der in Wahrheit anders heißt, outete sich 2015 als trans*. Bis zu seinem Abschluss an der evangelikalen Privatschule wurde er deshalb täglich gemobbt und psychisch misshandelt. Gegen die Lehrer*innen und den stellvertretenden Leiter der FEBB wird jetzt wegen Verdachts auf Misshandlung Schutzbefohlener ermittelt.

die Trans*-Pride-Flagge (Symbolbild)

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Im Unterricht von Lehrkräften als "Es" bezeichnet

Wie die "taz" berichtet, leidet Max noch heute unter den Folgen der Misshandlungen an der FEBB. Eine Psychologin vom Uniklinikum Hamburg bescheinigt die Traumata, die Max von der FEBB davongetragen hat. Max selbst sagt, die Schule habe seine Zukunft zerstört – und erzählt der Zeitung von schrecklichen Erlebnissen:

So sollen Lehrkräfte Max oft im ganz normalen Unterricht als "Es" bezeichnet haben. Die Schulleitung soll untersagt haben, Max bei seinem Namen zu nennen. In Klausuren sollen ihm sogar Fehler für den Namen Max berechnet worden sein. Sowieso hätten Lehrer*innen ihn im Unterricht oft ignoriert und hinter seinem Rücken Druck auf seine Freund*innen ausgeübt. Auch zu spirituellen Runden von Eltern und Lehrkräften sei es gekommen, in denen für Max' "Heilung" gebetet wurde und gegen den "Dämon", der Besitz von ihm ergriffen hätte. Mitschüler*innen sollen ihm per SMS den Besuch einer Konversionstherapie empfohlen haben.

Die Schule will von den Vorwürfen nichts wissen

Konversionstherapien sind in Deutschland erst seit Mai dieses Jahres offiziell verboten. Laut Max habe die Gemeinde, die der FEBB nahesteht – die Freie Christengemeinde, die heute Hoop-Kirche heißt – vor fünf Jahren noch mit Konversionstherapien geworben.

Die Gemeinde selbst bestreitet das. Auch die FEBB weist jegliche Vorwürfe zurück. Laut "taz" heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme, dass man auch "transsexuellen Schüler*innen" stets mit "Respekt, Toleranz und Nächstenliebe" begegnen.

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Quelle: Noizz.de