Gerade hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit der Firma SpaceX zusammen erstmals wieder selbst Raumfahrer aus den USA ins All geschickt, da steht schon der nächste spektakuläre Start an: Mit "Perseverance" soll ein neuer Rover zum Mars aufbrechen. Folgen bald wir Menschen?

US-Präsident Trump hat bekanntlich den großen Traum, wieder US-Astronauten auf den Mond zu bringen – warum auch immer. Ein zweiter Punkt auf seiner Weltraumfahrt-To-Do-Liste ist eine Marsmission. Dem kommt die Nasa nun einen Schritt näher und zwar mit dem neuen Forschungs-Rover Perseverance. Der soll im Juli ins All geschossen werden und dann den Mars erkunden, wenn er denn ankommt. Die Nasa-Forscher stellten den Rover nun offiziell vor.

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"Nenn' mich Perseverance", heißt es auf dem Twitter-Profil des nächsten Mars-Rovers der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Hobbys: Fotografieren, Steine sammeln und Offroad-Fahren. Im Juli soll der rund 1.000 Kilogramm schwere unbemannte Rover von der Größe eines Kleinwagens zum Mars starten – "angetrieben davon, nach Spuren von früherem Leben zu suchen, neue Technologien für die Zukunft menschlicher Exploration zu testen und die ersten Steinproben zu sammeln, die wieder zur Erde zurückgebracht werden sollen."

Große Pläne bei der Nasa

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Rund zwei Monate nach dem Start des "CrewDragon", mit dem die Nasa gemeinsam mit dem privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX erstmals seit neun Jahren wieder US-Astronauten von den USA aus zur Internationalen Raumstation ISS beförderte, steht mit der "Perseverance"-Mission der nächste mit Spannung erwartete spektakuläre Start vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida an.

Geplant ist der Start für den 17. Juli, also genau heute in einem Monat. Falls Technik oder Wetter nicht mitspielen sollten, wären bis zum 5. August weitere Versuche möglich. Beobachter hatten zuvor befürchtet, dass die Corona-Krise den Zeitplan durcheinanderbringen könnte. Die Landung im bislang noch nie vor Ort untersuchten Jezero Crater, einem ausgetrockneten See auf dem Mars, ist für Februar 2021 anvisiert.

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In dem Rover stecken acht Jahre Arbeit

Der Preseverance-Rover im Test

Seinen Namen, der auf Deutsch etwa "Durchhaltevermögen" bedeutet, hat er von einem Siebtklässler aus dem US-Bundesstaat Virginia, der ihn der Nasa vorschlug. Zuvor war der rund 2,5 Milliarden Dollar, umgerechnet etwa l2,2 Milliarden Euro, teure Roboter rund acht Jahre lang unter dem Arbeitstitel "Mars 2020" entworfen und gebaut worden. An Bord hat der Rover neben viel Technik auch die Namen von knapp elf Millionen Menschen, die sie nach einem entsprechenden Aufruf eingesandt hatten, gebrannt auf drei fingernagelgroße Chips.

"Perseverance" wäre bereits der fünfte Rover, den die Nasa zum Mars bringen würde. 1997 landete der "Sojourner", der nur rund drei Monate lang mit der Erde kommunizierte. 2004 folgten die Zwillingsrover "Spirit" und "Opportunity". Die Kommunikation zu "Spirit" ging 2007 in einem riesigen Staubsturm verloren, "Opportunity" erlag 2018 dem gleichen Schicksal. 2012 landete "Curiosity", dessen Team seitdem auch über die sozialen Netzwerke Wissenschaftler und Fans mit Neuigkeiten und Fotos versorgt und den Roboter so zum Publikumsliebling werden ließ.

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Unter anderem schaffte es 2018 zudem der stationäre Nasa-Lander "InSight" zum Mars, außerdem kreisen mehrere Sonden um den Roten Planeten. "Perseverance" ist eine Art "Curiosity 2.0" – unter anderem mit sieben wissenschaftlichen Instrumenten, zwei Mikrofonen, 23 Kameras, einem Laser und sogar einem kleinen Hubschrauber an Bord.

Die guten und schlechten Erfahrungen aller vorherigen Missionen haben die Nasa-Wissenschaftler bei der "Perseverance"-Planung zusammengebracht – aber Mars-Missionen bleiben eine große Herausforderung. Besonders die Landungen gelten als extrem schwierig, nur rund 40 Prozent aller bisher weltweit gestarteten Mars-Missionen waren erfolgreich.

2016 war etwa die Sonde "Schiaparelli" der europäischen Raumfahrtagentur Esa infolge eines Computerfehlers beim Landeanflug abgestürzt. Während die Coronavirus-Pandemie sowie Massenproteste gegen Rassismus und Polizeibrutalität die Welt in Atem halten, ist die Nasa im Hinblick auf die Mars-Mission von "Perseverance" optimistisch – wie Rover-Kollege "Curiosity" via Twitter betont: "Jetzt mehr denn je brauchen wir Durchhaltevermögen."

[Text: Zusammen mit dpa / Christina Horsten /sw]

  • Quelle:
  • Noizz.de