… er dokumentierte das Leben der Baumhaus-Aktivisten.

Seit rund einer Woche laufen die Räumungsarbeiten der Polizei im Hambacher Forst. 51 Baumhäuser, die seit Jahren von Aktivisten bewohnt werden, um die Rodung des Waldes durch den Energie-Riesen RWE zu verhindern, sollen weg.

Eine höchst emotionale Sache – vor allem für die Baumhausbewohner – wie die Tränen-Rede einer vertriebenen Aktivistin kürzlich bewies.

Und nun diese Tragödie: Am gestrigen Mittwoch brach ein junger Blogger und Journalist durch die Bretter einer Hängebrücke zwischen zwei Baumhäusern. Er stürzte 15 Meter in die Tiefe, als er gerade seine volle Speicherkarte tauschen wollte, erklärte die Polizei. Jede Hilfe kam zu spät. Die Rettungskräfte konnten nichts mehr für ihn tun.

Der Journalist habe seit Längerem das Leben der Aktivisten in den Baumhäusern dokumentiert, erklärte der Aachener Polizeisprecher Paul Kemen – und sprach von einem „tragischen Unglücksfall“.

„Ich möchte – ich muss – betonen, dass dieser Unglücksfall in keinem Zusammenhang steht mit polizeilichen Arbeiten hinsichtlich der Räumung der Baumhäuser“, so Kemen. Es habe zum Unglückszeitpunkt keine Polizeimaßnahmen in der Nähe der Unglücksstelle und am Baumhaus gegeben.

Räumungsaktion vorerst gestoppt

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens stoppte die umstrittene Räumungsaktion der Polizei in dem vorerst. „Wir können jetzt nicht einfach so weitermachen, ich kann das zumindest nicht. Wir können nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, sagte Innenminister Herbert Reul am Mittwochabend in Düsseldorf.

Der politische Hintergrund

Energielieferant Braunkohle steht in Sachen Klimaschutz längst am Pranger. In Deutschland ist er (immer noch) ein weit verbreiteter Brennstoff zur Stromerzeugung. Das Problem ist der hohe CO2-Ausstoß, der bei seiner Verwertung entsteht. Dieser ist extrem umweltschädlich und derzeit der Hauptgrund, wieso die nationalen Klimaschutzziele 2020 vermutlich nicht erreicht werden. Der Hambacher Forst wurde in diesem Kampf zwischen kapitalistischen Energiekonzernen und einer nachhaltigen Entwicklung zum Symbol des Protests.

[Zusammen mit: dpa]

Quelle: Noizz.de