Das ist auch für eure Firma besser.

In der Winterzeit erwischt viele eine Erkältung oder Grippe. Doch statt sich zuhause auszukurieren, gehen 2 von 3 Deutschen trotzdem zur Arbeit! Das ergab eine von der „Welt“ veröffentlichte Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Demnach sagten 67 Prozent der Befragten, sie seien in den zurückliegenden zwölf Monaten mindestens einmal zur Arbeit gegangen, obwohl sie sich “richtig krankgefühlt“ hätten. Knapp die Hälfte arbeitete eine Woche und mehr trotz Krankheit, bei jedem Siebten waren es sogar drei Wochen oder mehr. Befragt wurden im Jahr 2017 insgesamt 4800 abhängig Beschäftigte.

Der DGB und auch Ärzte warnen aber vor dem sogenannten Präsentismus: “Wenn man krank ist, bleibt man zu Hause, wenigstens für ein paar Tage, alles andere ist unvernünftig“, sagte Infektionsepidemiologe Udo Buchholz vom Robert-Koch-Institut der “Welt“.

“Denn dann wird man schneller wieder gesund. Und in den ersten beiden Tagen ist man besonders ansteckend.“

Der DGB hatte schon 2016 berichtet, dass viele Arbeitnehmer krank zur Arbeit gehen. Besonders stark verbreitet sei der Präsentismus unter Beschäftigten mit einer hohen psychischen Arbeitsbelastung: Arbeitsverdichtung, die Sorge um den Arbeitsplatz und ein schlechtes Betriebsklima trügen offenbar dazu bei, dass Beschäftigte trotz Krankheit arbeiten, teilte der DGB bereits bei der vorangegangenen Studie 2016 mit.

Linken-Chef Bernd Riexinger wertet die Umfrageergebnisse als Alarmzeichen.  “Die Arbeitsbedingungen müssen dringend verbessert werden“, sagte Riexinger im Gespräch mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Bundesvorsitzender der Linke, Bernd Riexinger, fordert bessere Arbeitsbedingungen.

“Wer krank ist, bleibt zuhause und kuriert sich aus, das muss wieder zu einer Selbstverständlichkeit werden“, betonte Riexinger. Dass sich über zwei Drittel der Beschäftigten krank zur Arbeit schleppten, belege den Druck, der auf ihnen laste. “Die Beschäftigten haben offensichtlich Angst davor, ihre Arbeit nicht zu schaffen oder gar ihren Job zu verlieren“, sagte der Politiker.

[Text: zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de