Die ganze Welt solidarisiert sich gerade mit dem #BlackLivesMatter-Movement und besonders im betroffenen Nordamerika möchten viele Menschen auch bei der Arbeit klar machen, dass sie den Opfern von systematischer Diskriminierung beistehen und gegen Rassismus ankämpfen. Starbucks will das aber nicht zulassen.

Die aus Seattle stammende Coffee-Shop-Kette Starbucks hat ihren Angestellten in einer internen Memo verboten, Klamotten, Schutzkleidung oder Accessoires zu tragen, die im Zuge des #BlackLivesMatter-Movements anti-rassistische und solidarische Messages tragen. Damit soll die hauseigene Regelung eingehalten werden, dass Baristas mit ihrer Arbeitskleidung keinerlei religiöse, politische oder persönliche Statements machen dürfen. So weit, so logisch.

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Heuchlerische Doppelmoral? Starbucks macht sich öffentlich stark für Gleichberechtigung von People of Color

Starbucks gerät bei Angestellten in die Kritik

Doch viele Starbucks-Angestellte werfen dem Unternehmen jetzt Heuchelei vor, denn nach dem grausamen Tod von George Floyd hatte die weltweite Kette sich zunächst solidarisch gezeigt und eine Million US-Dollar an Organisationen gespendet, die sich für die Gleichberechtigung von PoCs einsetzt. Auch Trainings für Angestellte sollen zusammen mit der Arizona State University entwickelt werden, um rassistische Vorurteile im Alltag zu bekämpfen. Wenn sich also der Konzern selbst mit Maßnahmen zu #BlackLivesMatter brüstet, warum dürfen Mitarbeiter*innen das nicht?

Laut "BuzzFeed News" beschweren sich einige Baristas darüber, dass Angestellte durchaus politische Messages tragen dürfen. Im Zuge des Pride-Monats Juni würden sogar T-Shirts und Buttons an sie ausgegeben werden, damit die Mitarbeiter*innen sich mit der Ehe für alle und der LGBTQ-Community solidarisch zeigen können. Auch das Argument, dass #BlackLivesMatter-Statements zu Gewalt gegen Angestellte führen könnte, ist damit wohl hinfällig. Denn auch die queeren Statements würden im Zweifel zu homo- oder transphoben Anfeindungen führen. "Wir haben Partner, die Belästigung und Transphobie/Homophobie erfahren haben, weil sie ihre Anstecknadeln und [Pride]-Shirts getragen haben, und Starbucks steht immer noch hinter ihnen", so ein Barista. Warum steht Starbucks dann also nicht hinter PoCs und ihren Rechten?

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Starbucks finanziert sich überwiegend durch weiße, privilegierte Kund*innen

"Ich arbeite in einer Filiale, in der ich einer von fünf People of Color von 30 Angestellten bin, und es wäre schön, [mit Pins oder T-Shirts] eine Art Einheit mit ihnen zeigen zu können", so ein Starbucks-Angestellter gegenüber "BuzzFeed", "Ich persönlich tue mich schwer [mit der aktuellen Lage], da die meisten Leute wissen, dass Starbucks einen überwiegend weißen Kundenstamm bedient und erwartet, dass wir für diese Demografie weiterhin ein herausragendes Kundenerlebnis bieten, um sicherzustellen, dass das Geld weiterhin fließt."

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Quelle: Noizz.de