"Black is King" ist Beyoncés neustes Projekt. Es ist extravagant, atemberaubend – und besonders in Hinsicht auf die vergangenen Ereignisse im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung wichtiger denn je.

Vier Jahre ist es her, seitdem Beyoncé ihr letztes Visual-Album "Lemonade" herausbrachte, heute erschien endlich ihr neustes Projekt: "Black is King". Das Konzept für das filmische Projekt wurde von Beyoncé geschrieben, die Produktion von ihr geleitet. Ab heute kannst du das Meisterwerk endlich auf Disney+ streamen – und es ist noch viel krasser, als wir uns es je hätten vorstellen können.

Der Film basiert auf dem Soundtrack von "The Lion King: The Gift", den Beyoncé für Disneys 2019 erschienene Realverfilmung von "Der König der Löwen" zusammengestellt hat. Dementsprechend spielen in dem Film auch Mitwirkende des Soundtracks mit, so zum Beispiel Beyoncés Tochter Ivy Blue und Sängerin Jessie Reyez.

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Davon handelt "Black is King"

Die Handlung des Filmsbeyon wird von Disney als die Geschichte eines jungen Königs beschrieben, der mit Verrat, Liebe und Identität zu kämpfen hat. Das spielt allerdings nur eine nebensächliche Rolle. Im Vordergrund steht vielmehr die Zelebrierung Schwarzer Kultur.

Gerade in Hinsicht auf die aktuellen Ereignisse sind die Themen des Films relevanter denn je, wie Beyoncé treffend in einem Instagram-Post Ende Juni schrieb. Sie wolle mit dem Film dazu beitragen, dass Schwarze Menschen eine eigene Version ihrer Geschichte erzählen können, die von Reichtum ganzer Generationen handelt.

I typically keep comments short and sweet, but I just watched the trailer with my family and I’m excited. 🎶please don’t get me hype🎶🤪 “Black Is King” is a labor of love. It is my passion project that I have been filming, researching and editing day and night for the past year. I’ve given it my all and now it’s yours. It was originally filmed as a companion piece to “The Lion King: The Gift” soundtrack and meant to celebrate the breadth and beauty of Black ancestry. I could never have imagined that a year later, all the hard work that went into this production would serve a greater purpose. The events of 2020 have made the film’s vision and message even more relevant, as people across the world embark on a historic journey. We are all in search of safety and light. Many of us want change. I believe that when Black people tell our own stories, we can shift the axis of the world and tell our REAL history of generational wealth and richness of soul that are not told in our history books. With this visual album, I wanted to present elements of Black history and African tradition, with a modern twist and a universal message, and what it truly means to find your self-identity and build a legacy. I spent a lot of time exploring and absorbing the lessons of past generations and the rich history of different African customs. While working on this film, there were moments where I’ve felt overwhelmed, like many others on my creative team, but it was important to create a film that instills pride and knowledge. I only hope that from watching, you leave feeling inspired to continue building a legacy that impacts the world in an immeasurable way. I pray that everyone sees the beauty and resilience of our people. This is a story of how the people left MOST BROKEN have EXTRAORDINARY gifts.❤️✊🏾 Thank you to Blitz, Emmanuel, Ibra, Jenn, Pierre, Dikayl, Kwasi and all the brilliant creatives. Thank you to all at Disney for giving this Black woman the opportunity to tell this story. This experience has been an affirmation of a grander purpose. My only goal is that you watch it with your family and that it gives you pride. Love y’all, B

Vielleicht bin ich in meiner Rezeption des Films zu voreingenommen – in den vergangenen Wochen habe ich eifrig den Release von Beyoncés Trailern hinterher gefiebert, und hatte nach jedem Teaser einfach nur noch mehr Bock – noch mehr Bock auf die Visuals, die Geschichte, und Songs performed von Beyoncé.

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Wurde ich von "Black is King" enttäuscht?

Ganz und gar nicht. Der Film fängt mit Mufasas ruhigen Monolog über den "Circle of Life" an. Anstatt dabei allerdings Zeichentrick-Herden von Zebras zu sehen, wird der Monolog von Porträtaufnahmen verschiedener Schwarzer Menschen begleitet, die direkt in die Kamera schauen. Ein direkter Gänsehautmoment – der in den darauffolgenden achtzig Minuten auch nicht mehr nachlässt.

Beyoncés Film ist einfach magisch

Die Bilder, der Sound, die Stimmung. Die Bilder sind gezielt nicht von dieser Welt, Menschen sind blau angemalt, Verkleidungen extravagant, Landschaften surreal. Mal tanzen Frauen in roten Kleidern im See, mal fliegt ein Kind als Asteroid durch das Weltall, mal treibt Beyoncé als einzelne Gestalt im riesigen Meer, unberührt von irgendjemand anderem.

Der erste Song ist "Bigger", vom Album "The Lion King: The Gift" und setzt sofort die Stimmung für den restlichen Film. Eine Geschichte von unsagbarem Stolz, von Heimat und Tradition. Dadurch, dass die Geschichte nicht als verkaufsfähiger Blockbuster erzählt wird, sondern als großes Musikvideo, in der die Kunst im Vordergrund steht, kann es sich experimentelle Visuals außerhalb des Mainstreams erlauben.

Die Songs, die auf "The Lion King: The Gift" schon ziemliche Banger waren, wie "DON'T JEALOUS ME", oder "MOOD 4 EVA" oder "BROWN SKIN GIRL" bekommen mit den Visuals noch den letzten Rest Unsterblichkeit. Besonders "MY POWER" ist unvergesslich. Schwarze Frauen, die in einer weißen, Galerie-ähnlichen Landschaft tanzen, und den ganzen Raum für sich beanspruchen – eine Energie, die Beyoncé während ihrer ganzen Karriere schon versprüht.

Anstatt sich also am Freitagabend die Corona-bedingte partyfreie Nacht mit Bier und "Rick and Morty" zu versüßen, solltest du vielleicht in Betracht ziehen, dir einen gediegenen Riesling ins Weinglas zu gießen und dir Beyoncés Visual-Album "Black is King" auf Disney+ reinzuziehen. Denn es anzusehen ist so, wie sich einfach konstant darüber zu freuen, am Leben zu sein.

Quelle: Noizz.de