In Russland stehen die Tiere schon lange auf dem Speiseplan.

Heute mal 'ne richtig schöne Biberratte mit Bratkartoffeln! Bitte was?

Biberratten reinigen sogar ihr Essen vor dem Verzehr
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Richtig gelesen. In Russland ist der Verzehr von Biberratten ganz normal. Die sogenannten Nutrias sehen aus wie eine Mischung aus Biber und Ratte. Sie sollen wie Truthahn oder Schwein schmecken.

Eigentlich kommen die Tiere aus Südamerika, haben sich aber inzwischen auch in Europa angesiedelt. Sie vermehren sich ziemlich schnell, deshalb gibt es viele Lebensmittel-Zuchten in Russland. Das Fleisch ist günstig und seit dem Lebensmittelembargo von 2017 müssen viele Restaurants auf heimische Produkte zurückgreifen. Das Embargo verbietet die Einfuhr von Fleisch, Milchprodukten, Fisch und Gemüse aus dem Westen.

Tatsächlich sind Biberratten gesund und werden von Ernährungsexperten empfohlen, da sie viele Omega-3- Fettsäuren enthalten sollen. Das Krasnodar Bistro in Moskau bietet inzwischen auch Biberratten-Burger an.

Auch in Deutschland gibt es viele Mini-Biber. Allerdings entwickeln sie sich zur Plage, nagen Deiche kaputt und gefährden den Hochwasserschutz. Vor allem in Niedersachsen und Bremen werden sie zum Problem und stark bejagt. Im nordrheinwestfälischen Kleve gibt es sogar ein Kopf- beziehungsweise Schwanzgeld in Höhe von 7,50 Euro.

Laut Deutschlandfunk-Nova-Reporter Stephan Beuting braucht Deutschland dringend einen Markt für Nutriafleisch. Bisher gibt es hierzulande nur Nutria-Gulasch in Pilzsoße.

Das liegt an den starken Vorbehalten gegen die Tiere. Wer möchte schon gern etwas essen, das das Wort Ratte im Namen trägt? Das ist allerdings ein Vorurteil, da Nutrias sehr reinliche Tiere sind. Sie sind nicht mit Bisamratten zu verwechseln.

Wir finden, dass der Nutria-Burger auf jeden Fall kommen sollte und schlagen alternativ einen Waschbären-Burger vor.

Quelle: Noizz.de

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