Das hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe jetzt entschieden.

Fünf Jahre lang zog eine Mutter vor Gericht, weil sie keinen Zugriff auf den Facebook-Account ihrer toten Tochter hatte. Jetzt entschied der Bundesgerichtshof in Karlsruhe, dass der Social-Media-Riese der Mutter den Zugang gewähren muss.

Bundesgerichtshof Foto: Uli Deck / dpa

Der Vorsitzende Richter Ulrich Herrmann begründete die Entscheidung damit, dass auch digitale Netzwerke, genau wie Tagebücher oder Liebesbriefe, Teil des Erbes sind. Somit sind Eltern dazu befugt, diese einzusehen.

Die Mutter kämpfte den jahrelangen Rechtsstreit, weil bisher nicht klar war, ob ihre Tochter Suizid beging, in dem sie in eine fahrende U-Bahn sprang, oder ob es sich um einen Unfall handelte. Gewissheit erhofft sie sich durch das Einsehen in die Facebook-Nachrichten ihrer Tochter.

Facebook wehrte sich mit der Begründung, dass durch die Offenlegung des Profils die Nachrichten anderer User gelesen werden können und somit die Privatsphäre verletzt werde.

Quelle: Noizz.de