Wer Bock auf Action hat, zieht in die Großstadt. Allerdings gibt es immer zwei Seiten einer Medaille. Die Nachteile einer Metropole: Hohe Stressfaktoren. In einer neuen Studie wurden diese untersucht – und direkt die stressigsten Städte der Welt ermittelt.

Die Urbanisierung schreitet weltweit voran: Laut Prognosen sollen 2050 bis zum 68 % der Weltbevölkerung in Städten leben. In den Metropolen ist immer was los, es gibt ein reges Nacht- und Kulturleben, es lässt sich gut shoppen und auch das Jobangebot ist hier dichter, als vielleicht auf dem Land – wobei es hier ja immer auch darauf ankommt, in welcher Branche man sucht.

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Großstädte: Es gibt einige Nachteile

Aber so eine Großstadt bietet nicht nur Vorteile: Smog und Lärmpegel setzen einem zu, Dichte und daraus resultierende Knappheit was beispielsweise Wohnraum angeht, machen es schwer, hier in Ruhe zu leben und die dauernde Geschwindigkeit des Alltagslebens kommt noch hinzu. Und was die Jobs angeht: Viele Menschen bedeuten auch viele qualifizierte Arbeitskräfte, die wiederum direkt als Konkurrenz antreten. Sollte man sich vielleicht jetzt schon mal überlegen, wo man selbst seine Zelte aufbauen möchte.

Denn: Es gibt Städte, die durchaus stressiger sind, als andere. Ermittelt wurden diese in einer Studie des Portals BAUFI 24. Die Immobilien- und Finanzierungswebsite hat außerdem die stressigste Stadt der Welt auserkoren. So richtig wundert einen das Ergebnis nicht.

Santiago in Chile sieht von oben betrachtet gar nicht so stressig aus.

Welche ist denn nun die stressigste Großstadt?

Bevor wir hier nun noch lange lamentieren, verraten wir es am besten direkt: Am anstrengendsten lebt es sich in Santiago in Chile! Dicht gefolgt von Vilnius in Litauen und Mexico City in Mexico. Unter den 33 Städten, die international betrachtet wurden, liegt Berlin, und damit der deutsche Vertreter in der Liste, übrigens auf Platz 28. Warschau, Paris, Jerusalem oder London sind stressiger als unsere Hauptstadt.

Für die Studie wurde die Lebensqualität in den Metropolen untersucht. Diese betrachtete man anhand bestimmter Faktoren, die sich auf das Gemüt der Stadtbewohner*innen auswirken: Verkehr und Stau, Arbeitszeiten, Dichte, Umwelt und Grünflächen, Einkommen und Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Versorgung und Suizid-Raten.

Die Faktoren wurden anhand von Studien und Statistiken namhafter Institutionen betrachtet und zusammengerechnet. Um ein Ergebnis ablesen zu können, wurden die Daten in ein Punktesystem eingetragen, dass eine Skala von 0 – 100 umfasst. Je höher die Punkte eines Ortes, desto gestresster lebt es sich dort.

Demnach kommt Bern in der Schweiz auf Null Punkte – nur falls sich jemand nach einem neuen Ort zum Leben umschaut. Dürfte allerdings auch nicht ganz billig sein dort. Laut Mietenindex ist Bern eine der teuersten Städte, um sich dort einzumieten.

Suizide und Depressionen in der Großstadt?

Neben Geldangelegenheiten geben auch medizinische Einsichten Aufschluss darüber, wie schön es sich an einem Ort lebt. Depressionen kommen laut Statistik in Deutschland etwa häufiger vor als in Polen. Schweden, Frankreich und vor allem Finnland überholt uns da allerdings. Inwiefern die Zahlen zustande kommen, weil etwa in Polen weniger Bewusstsein für Depressionen besteht und das Leiden daher seltener diagnostiziert wird, muss natürlich bedacht werden.

Die Suizidrate eines Ortes ist natürlich kein besonders schöner Wert, legt allerdings traurige Abgründe frei. 2017 lag Korea beispielsweise an der Spitze der meisten Suizidtode. Deutschland liegt nach derselben Statistik auf Platz 24. Hier wurden allerdings ganze Länder betrachtet, für detaillierte Informationen kann man sich auch einzelne Städte anschauen.

Wenn du selbst depressiv bist, Suizid-Gedanken hast, kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de).

Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhältst du Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

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  • Quelle:
  • Noizz.de