Ein bayrischer Landwirt wurde am Mittwoch vom Landgericht Augsburg wegen Totschlags zu 13 Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht ist überzeugt, dass der 55-Jährige seiner Ehefrau Gülle eingeflößt hat, bis das Opfer an den Fäkalien erstickte.

Im September 2018 soll der 55-jährige Ludwig O. seine Frau Walburga O. auf deren Hof im bayrischen Wallerstein erst niedergeschlagen und dann so mit Gülle überschüttet haben, dass sie erstickte. Jetzt wurde der Landwirt vom Landgericht Augsburg schuldig gesprochen. Wegen Totschlags muss er für 13 Jahre und sechs Monate in Haft.

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Der Verurteilte beteuert derweil weiterhin seine Unschuld. Seine Verteidiger hatten einen Freispruch gefordert. Ihrer Ansicht nach sei das Opfer vermutlich selbst in die Güllegrube gestiegen und dort verunglückt. Das Gericht sieht es jedoch als erwiesen an, dass dem Opfer die Gülle eingeflößt worden sein muss. Die Gülle in der Grube war nur 28 Zentimeter tief, das Opfer hatte aber rund 150 Milliliter Gülle im Magen. Zudem hatte die Frau Kopfverletzungen, die nicht durch einen Sturz verursacht worden sein können.

"Keine Zweifel" an Gewaltverbrechen

Die Strafkammer habe "keine Zweifel", dass die 51-Jährige Frau einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sei, so die Vorsitzende Richterin Susanne Riedel-Mitterwieser. "Für uns steht ihre Täterschaft fest", sagte sie zu dem Verurteilten. Nach der Urteilsverkündung kündigte die Verteidigung an, voraussichtlich einen Revisionsantrag beim Bundesgerichtshof stellen zu wollen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann seine Partnerin umgebracht hat, weil sie sich scheiden lassen und er das gemeinsame Vermögen für sich behalten wollte. Der Mann hatte rund 130.000 Euro Bargeld versteckt.

[Text: Zusammen mit dpa]

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Quelle: Noizz.de