In der britische Fernsehsendung "Antiques Roadshow" ist ein Mann aufgetreten, um den Wert eines Banksy-Kunstwerks zu erfahren. Was der Kunst-Rattenfänger dabei nicht bedacht hat: Das Werk hatte er aus der öffentlichen Domäne geklaut.

Gelegenheit macht Diebe: Ein Mann ist in der britischen Fernsehserie "Antiques Roadshow" – einer Sendung, die dem deutschen "Bares für Rares" ähnelt – erschienen, um Geld für ein Banksy-Kunstwerk zu ergattern. Was er dabei offenkundig zu gab: Er hatte das Werk gestohlen.

Abgebildet in dem Kunststück ist eine karikierte Ratte, die eine Bohrmaschine hält. Der Mann hatte während eines Spaziergangs das Graffitiwerk beim Saltdean Lido gefunden, ein öffentliches Schwimmbad in der britischen Küstenstadt Brighton.

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In der Sendung erzählte er dem Kunstexperten Rupert Maas: "Es sah aus, als wäre es locker. Ich bin rüber gegangen, und habe es mehr oder weniger abgezogen."

In Retour fragte Maas, was der Mann über das Werk in Erfahrung bringen wolle. Er meinte, er wüsste bereits, dass es ein Original-Banksy aus dem Jahr 2004 sei. "Im Grunde möchte ich eine Preisevaluierung."

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Banksy-Authentifizierung: "Er nennt es Schädlingsbekämpfung"

Maas scheint erst verständnisvoll zu nicken, gibt auch ein zögerliches "Ja" von sich bevor er zu dem Mann sagt: "Das ist das knifflige an der Sache."

Denn das Team von Banksy, erklärt der Experte, stellt für manche Werke ein Echtheitszertifikat aus. Dazu müssen sie zwei Kriterien erfüllen: Zum einen muss das Team glauben, das Kunststück ist authentisch. Zum anderen dürfe das Werk aber nicht "aus der öffentlichen Domäne, für die es gemalt wurde" entfernt worden sein.

Banksy "nennt es 'Shädlingsbekämpfung'", sagt Maas mit einem Lächeln. Der Begriff ist eine Anspielung auf das Hauptmotiv der Ratte in vielen Werken des britischen Street-Art-Künstlers.

Öffentliche Kunst ist halt für die Öffentlichkeit

Unbeeindruckt gesteht der Mann, er hätte versucht, ein Echtheitszertifikat zu bekommen. Es wurde ihm jedoch keins ausgestellt. "Ich weiß, es ist echt", behauptet er trotzdem, denn um die Zeit herum hatte Banksy viele Kunststücke in Brighton kreiert.

Fans von "Antiques Roadshow" hatten für seine Rationalisierung aber kein Verständnis. Sie bezeichneten ihn und seine Tat als "frech" und freuten sich über die Reaktion in der Sendung.

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Wie in einer Fabel scheint es hier auch eine Moral zu geben. Laut Maas: "Die Botschaft ist hier: falls du irgendwo ein Graffiti-Kunstwerk siehst – lass es da für die Öffentlichkeit." Wer den Wert der Gemeinnützigkeit nicht erkennt, sollte wissen, dass es schwer ist, ein Banksy-Werk ohne Echtheitszertifikat zu verkaufen. Mit einem solchen Zertifikat jedoch, erklärt der Experte, könnte es vielleicht 20.000 Pfund (22.000 Euro) wert sein.

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8,4 Millionen Euro: So viel kann ein Banksy wert sein

Wenn nicht sogar mehr – viel, viel mehr. Bei einer Auktion diese Woche wurde Banksys Gemälde "Show me the Monet" aus dem Jahr 2005 für 7,6 Millionen Pfund (8,4 Millionen Euro) ersteigert. Bei dem Kunstwerk handelt es sich um eine Neuinterpretation des Monet-Werks "Die japanische Brücke", in der Banksy "die Missachtung der Umwelt" darstellt, erläuterte Alex Branczik, Direktor für zeitgenössische Kunst bei Sotheby's in Europa. Damit ist es bis dato das zweithöchste Gebot für ein Banksy-Werk.

  • Quelle:
  • Noizz.de