Diese Aussage ist arrogant, weltfremd und zynisch!

Der australische Immobilien-Unternehmer Tim Gurner rechnet mit jungen Leuten ab – sie würden ihr Geld lieber für Quatsch ausgeben als für Werte zu sparen.

„Als ich versucht habe, mein erstes Haus zu erwerben, habe ich nicht zermatschte Avocado für 19 Dollar und Kaffee für 4 Dollar gekauft (...) Die Erwartungen junger Leute sind sehr, sehr hoch. Sie wollen jeden Tag auswärts essen, sie wollen jedes Jahr nach Europa reisen“, meint der Jung-Unternehmer in der australischen Nachrichtensendung „60 Minutes“. Und zieht damit Zorn und Spott auf sich:

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Gurner ist selbst auch erst 35 Jahre alt, also rein rechnerisch noch knapp Teil der Generation Y. Aber er hat nicht Jahre lang nur Nudeln mit Ketchup und Gesichtswurst gegessen, um sein Startkapital anzusparen.

Vielmehr lieh ihm 2001 sein Opa 34.000 australische Dollar, die Gurner in ein Fitnessstudio in Melbourne investierte. Heute hat er eine eigene Firma – GURNER™, – baut und besitzt vor allem Luxus-Apartments und ist 460 Millionen schwer.

Er tönt: „Die Leute, die heute Immobilien besitzen, haben sehr, sehr hart dafür gearbeitet und jeden Dollar gespart. Sie haben alles getan, was sie konnten, um auf der Immobilien-Investitions-Leiter nach oben zu gelangen.“

Eine Frage zu diesem kapitalistischen Motto muss erlaubt sein: Was zur Hölle soll man da?

Denn spätestens nach der 2008 geplatzten Immobilienblase und der weltweiten Finanzkrise dürfte selbst jedem Toastbrot klar sein, dass Besitz nicht vor Pleite schützt.

Seither ist auch nichts mehr, wie es vorher war. So genannte Millennials haben am eigenen Leib erfahren müssen: Die globale Wirtschaft ist ein zerbrechliches, komplexes Konstrukt, das jederzeit ins Wanken geraten oder sogar zusammenbrechen kann.

Selbst für hervorragend ausgebildete Menschen gibt es keine Job-Garantie. Stattdessen nur Praktika, Befristungen und keinerlei Planungssicherheit. Die Kluft zwischen arm und reich wächst. Genauso wie Miet- und Immobilienpreise.

Laut einer Rechnung der „New York Times“ bräuchten Millennials, wenn sie genau so oft oder selten auswärts essen würden wie ihre Eltern, etwa 113 Jahre für die Abzahlung eines durchschnittlichen Hauses in den USA.

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Dazu kommt: In einer so angsterfüllten, neoliberal geprägten Gesellschaft finden junge Menschen Erfahrungen und Erlebnisse wie Genuss und Reisen wichtiger als Materielles – das fand beispielsweise Goldman Sachs heraus. Sie leben schlicht viel mehr im Moment. Und das müssen sie auch.

Denn anders als ihre Eltern oder Großeltern haben sie oft keine verdammte Ahnung, wie es nächsten Monat aussieht.

  • Quelle:
  • Noizz.de