Die Jugendlichen wurden zu den „Praktika“ regelrecht gezwungen.

Immer wieder ist Apple wegen der Arbeitsbedingungen bei seinen Partnerfirmen in China Kritik. Nun gab das Unternehmen einen weiteren Missstand zu: Zulieferer Foxconn beschäftigte Schüler bei der Fertigung des neuen iPhones – in überlangen Schichten.

Zuvor hatte „Financial Times“ berichtet, dass 3000 Schüler aus dem zentralchinesischen Zhengzhou bis zu elf Stunden am Tag für das Unternehmen gearbeitet hätten. In China sind aber maximal 40 Stunden in der Woche erlaubt.

Demnach habe die Zeitung mit mehreren Schülern im Alter zwischen 17 und 19 Jahren gesprochen. Die Jugendlichen schilderten, dass sie von ihrer Berufsschule zu dreimonatigen Praktika gezwungen worden seien. Ihnen wurde gedroht, dass sie keinen Abschluss erhalten, würden sie sich weigern.

Auch andere Firmen lassen bei Foxconn montieren

Eine 18-Jährige schilderte, sie habe jeden Tag bis zu 1200 Kameras in dem neuen iPhone X montiert. Mit ihrer Ausbildung zur Zugbegleiterin habe das nichts zu tun.

Insgesamt soll die Fabrik in Zhenzhou laut „Financial Times“ jedes Jahr Tausende Schüler und Studenten beschäftigen. In diesem Jahr sei der Bedarf noch größer gewesen. Neben Apple lassen auch Sony, Microsoft und Samsung bei Foxconn Geräte montieren.

Laut Apple hätten die Schüler freiwillig gearbeitet und seien für die Überstunden bezahlt worden. Dennoch sei vor allem die Mehrarbeit nicht erlaubt gewesen. Dies werde es in Zukunft nicht mehr geben, teilte Apple mit.

Es ist nicht der ersten Vorwürfe gegen den Zulieferer: Schon 2010 sollen Schüler für Foxconn in China gearbeitet haben.

[Teaserbild: Annette Bernhard unter CC BY-SA 2.0]

Quelle: Spiegel Online