Das sollen nun zumindest aufgetauchte Dokumente offenbaren.

Wer in letzter Zeit auf Instagram, Twitter oder Facebook unterwegs war, hat die verheerenden Bilder gesehen: der von lodernden Flammen umschlungene Amazonas. Wochenlang wurde kaum über die Brände berichtet, und wenig wurde getan, um dagegen anzukämpfen. Die brasilianische Regierung behauptet, nicht genügend Mittel zu haben, um das Feuer zu löschen. Nun scheint sich durch aufgetauchte Dokumente allerdings herauszustellen: Die Feuer sind womöglich ein gezielter Plan der Regierung, um dem internationalen Druck zur Erhaltung des Regenwalds auszuweichen.

Die politische Seite "openDemocracy" soll diese Dokumente gesehen haben. In ihnen bringt Brasiliens Präsident Bolsonaro Argumente, die für eine starke Präsenz der Regierung im Regenwald-Gebiet plädiert. Dadurch sollen internationale Naturschutzprojekte wie das "Triple A"-Projekt ausgebremst werden. Das Projekt ist eine geplante Zusammenarbeit zwischen Kolumbien, Venezuela und Brasilien, um 135 Millionen Hektar Regenwald zu beschützen.

In einer "openDemocracy" vorliegenden Powerpoint-Präsentation der brasilianischen Regierung stellt diese zudem eine Strategie vor, mithilfe der sie die Amazonas-Region okkupieren und so das "Triple A"-Projekt verhindern wollen. Um das zu tun, planen sie den Bau eines Wasserkraftwerks, einer Brücke und einer Autobahn. Diese sollen dem geplanten Schutzgebiet einen Strich durch die Rechnung machen. Warum die brasilianische Regierung gegen das Projekt ist, offenbart die Quelle nicht.

Bisher war der verbreitete Grund für die Feuer im Amazonas das Roden und anschließende Verbrennen von Flächen für Viehzucht. Aufgrund der Dürre haben diese Feuer sich allerdings übermäßig schnell ausgebreitet. Seit in Brasilien der rechtsgerichtete Präsident Jair Bolsonaro die Macht hat, haben diese Rodungen zugenommen. (Im Jahr 2019 gab es schon über 80 Prozent mehr Brände im Regenwald als im Vorjahr.) Er hofft dadurch auf wirtschaftlichen Fortschritt der Agrarindustrie.

Bolsonaro hatte in der Vergangenheit außerdem das Gerücht kultiviert, dass Naturschutzorganisationen die Feuer selber gestartet haben könnten, um ihn in einem schlechten Licht dastehen zu lassen. Für diese Vermutung lieferte er allerdings auf Aufforderung keine Beweise.

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Quelle: Noizz.de