"... gerechtfertigte Präsenz"? Eher nicht.

Gestern diskutierten im Bundestag die Parteien unter anderem über die Verlängerung der Auslandseinsätze der Bundeswehr. Diese Zusammenkunft der etablierten Parteien nutze die AfD um ihre altbekannte Behauptung, dass die Parteien sich nicht für das Volk interessieren, sondern sich einzig und allein um ihren alleinigen Machterhalt kümmern würden, zu bekräftigen. Nur doof, dass dieses Vorhaben mal wieder gründlich schiefgegangen ist…

Der AfD-Abgeordnete Jürgen Pohl twitterte ein Foto und schrieb darunter: „Unsere Soldaten sind Thema im Bundestag. Den Altparteien ist es egal. Die Ränge sind leer. Die AfD-Fraktion zeigt die gerechtfertigte Präsenz.“

Allerdings ist dieses Foto absolut kein Beweis für seinen Vorwurf. Bei „Phoenix“ wurde die gestrige Debatte live aus dem Bundestag gesendet. Und dabei fällt auf, dass die Ränge gut gefüllt sind. Zahlreiche Politiker aus den Parteien der FDP, CDU, SPD, Grünen und LINKEN waren im Bundestag anwesend.

So sah es tatsächlich gestern im Bundestag aus

Doch nicht nur mit diesem Tweet offenbarte die AfD ihre verzerrte Wahrnehmung der Realität. Auch der Vorwurf des AfD-Politikers Jan Ralf Nolte, dass die Truppen der Bundeswehr Beihilfe zum Schleppertum im Mittelmeer seien, weist auf die fragwürdigen Sichtweisen der Partei hin. Jürgen Hardt, der Sprecher für Außenpolitik der CDU kristierte Nolte für diese Bemerkung: "Für diese Aussage müssen Sie sich entschuldigen. Unsere Soldaten sind keine Schlepperhelfer, sondern Lebensretter."

Bei der gestrigen Debatte erklärte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, dass sieben Bundeswehreinsätze weitergeführt werden, da sie notwendig für die außenpolitische Kontinuität seien. Deutschland stehe für Verlässlichkeit, sagte die Verteidigungsministerin.

Quelle: Huffingtonpost