Der 29-Jährige ist Berufssoldat und kommt aus Nordhessen.

Wer gut aussieht, wird eher gewählt! Zu diesem Ergebnis ist der Düsseldorfer Soziologe Professor Ulrich Rosar mit seinem Team gekommen. Es gebe einen „signifikanten Zusammenhang“ zwischen Attraktivität und Wahlerfolg.

Ein Vergleich von insgesamt 1786 Direkt- und Spitzenkandidaten bei der Bundestagswahl 2017 habe jetzt gezeigt: Im Extremfall kann ein Kandidat, der besonders gut aussieht, fünf Prozentpunkte mehr bei den Erststimmen gewinnen (!) Bei den Zweitstimmen sind es bis zu drei Prozentpunkte mehr.

Bereits seit 2002 misst Rosar die Attraktivitätswerte von Politikern und vergleicht diese mit ihren Wahlerfolgen.

Bundestagsabgeordneter Jan Ralf Nolte (AfD) spricht am 21.11.2017 im Bundestag Foto: Silas Stein / dpa picture alliance

Am besten hat bei den Erhebungen unter den männlichen Politikern Jan Ralf Nolte (AfD) aus dem hessischen Waldeck abgeschnitten. Der 29-Jährige ist Berufssoldat und Vorsitzender der hessischen Jungen Alternative, der Jugendorganisation der AfD. Er zog über die Landesliste in den Bundestag ein. Das frühere CDU-Mitglied ist seit 2014 in der AfD.

Die schönste Kandidatin ist laut Studie die 19-jährige Celine Erlenhofer, die für die Linke im Wahlkreis Dortmund II antrat.

Zusätzlich wurden die Spitzenpolitiker der im Bundestag vertretene Parteien miteinander verglichen. Dort landete Sahra Wagenknecht (Linke) als attraktivste Politikerin auf Platz eins, gefolgt von Christian Lindner (FDP) und Alice Weidel (AfD). Schlusslicht ist Alexander Gauland (AfD). Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt auf Rang neun, SPD-Chef Martin Schulz auf acht.

Zum ersten Mal haben die Wissenschafler zudem herausgefunden, dass sich auch die Wahlbeteiligung in einem Wahlkreis erhöht, je attraktiver die Kandidaten im Durchschnitt sind.

Die Gewinner unter den Spitzenkandidaten: Sahra Wagenknecht (Die Linke) und Christian Lindner (FDP) Foto: Karlheinz Schindler / dpa picture alliance

Zwölf Frauen und zwölf Männer hatten als Testpersonen Fotos aller Kandidaten angesehen. Trotz dieser geringen Anzahl ist die Studie den Wissenschaftlern zufolge aussagekräftig. Denn es gebe einen „Attraktivitätskonsens“. Das bedeutet, dass Attraktivität von allen Menschen ziemlich gleich beurteilt werde. Ob dem tatsächlich so ist, sei jedem Leser selbst überlassen.

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de