Arafat Abou Chaker steckt eigentlich mitten im Gerichtsprozess gegen Rapper Bushido – angeklagt ist er wegen Erpressung und Beleidigung. Jetzt erschüttert allerdings ein Trauerfall die Großfamilie. Die Mutter des Clan-Chefs ist gestorben. Wer war Nazmie und warum ist die Polizei bei ihrer Beerdigung im Einsatz?

Das wünscht man seinem ärgsten Feind nicht! Arafat Abou-Chakers trauert um seine verstorbene Mutter. Nazmie Abou-Chaker erlag den Folgen einer Corona-Infektion in der Nacht zum Dienstag in Berlin. Der Gerichtsprozess um Abou-Chaker und seinen ehemaligen Freund und Geschäftspartner, Rapper Bushido, soll dadurch nicht gehindert werden – die Beerdigung ist für diesen Freitag angesetzt, das Verfahren soll am 30. September fortgesetzt werden. Aber wer war die Mutter des Clan-Chefs? Und warum versetzt ihr Ableben die Berliner Polizei in Alarm-Bereitschaft?

Über die Abou-Chakers liest man viel. Die Faszination ist groß – nicht erst seit einer der sechs Söhne seine Bande mit einem der erfolgreichsten Rapper Deutschlands einging. Die Abou-Chakers werden als kriminelle Großfamilie, als Clan beschrieben – und in der Tat, das Dienstleistungs-Portfolio der Abou-Chakers unterstreicht das Wort "kriminell" extra fett: Schutzgelderpressungen, Drogen- und Waffenhandel, Geldwäsche, Raubüberfälle und Diebstähle, Zuhälterei – you name it.

Arafat Abou-Chakers Mutter: Von Krisengebieten, Flüchtlingscamps und einer kriminellen Kinderschar

Der Ursprung der Familie, die heute in Deutschland kriminell erfolgreich ist, ist alles andere als rosig. Mitte der 70er kam Arafats Mutter zusammen mit ihrem Mann Said und den ersten vier Kindern nach Deutschland. Zuvor lebte das Paar, wie so viele Palästinenser, in einem Flüchtlingslager im Libanon. Einfach dürfte es für die Familie dort nicht gewesen sein, das steht fest. Sie fanden im Camp Wavel, nahe der libanesischen Stadt Baalbek, in den 60er Jahren Schutz. Welche der vielen Krisen im Umland sie dort hintrieb, ist nicht klar. Zeitlich könnten der Sechstagekrieg oder der Suezkrieg eine Rolle gespielt haben ... ist mittlerweile vielleicht aber auch zweitrangig.

2010 war alles noch heile Welt zwischen Bushido und Araft Abou-Chaker (rechts neben Bushdido in der Mitte)

Fakt ist: Nachdem Nazmie in den 70ern nach West-Berlin flüchtete, bekam sie weitere Kinder. Insgesamt trauern dieser Tage sechs Söhne und vier Töchter um ihre Mutter, die aus Krisengebieten bis ins ferne Deutschland floh, um ihre Familie zu retten. Wie kriminell sich die Karrieren ihrer Kinder hierzulande anschließend entwickelten, möchte man angesichts des Trauerfalls für einen kurzen Moment vergessen.

Auf Instagram äußerte Arafat sich zum Tod seiner Mutter mit folgendem Statement: "Verbringt die meiste Zeit mit eurer Mutter, sie verdient es am meisten."

Nazmie Abou-Chakers Beerdigung versetztet die Berliner Polizei in Alarm-Bereitschaft – aber warum?

Es ist nicht die erste Beerdigung eines Berliner Clans, die für einen Polizeieinsatz sorgt. Erst im April begleiteten Polizisten die Trauerfeier der Mutter des Clans-Chefs Issa Remmo auf dem Friedhof im Stadtteil Schöneberg. Der Grund für die anwesenden Polizisten: Corona. Es wurde befürchtet, dass die große Familie sich nicht an die Versammlungs- und Abstandsregelungen halten würde.

So auch jetzt. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums erklärte dem "Tagesspiegel", die Beerdigung von Arafat Abou Chakers Mutter am kommenden Freitag werde ebenfalls wegen des Infektionsrisikos von der Polizei beaufsichtigt.

lsk

  • Quelle:
  • Noizz.de