Flora Stevens verschwand nach einem Arztbesuch.

Als ihr Mann seine damals 36-jährige Ehefrau bei einer Arztpraxis in Monticello, Virginia absetzte, wusste er nicht, dass er seine Frau das letzte Mal in seinem Leben sehen würde. Denn an diesem Tag verschwand Flora.

Die Polizei suchte jahrelang vergeblich nach Flora Stevens. Gefunden wurde sie durch eine anfänglich schlimme Vermutung. Die New Yorker Polizei erhielt eine Anfrage von Kollegen, die an dem Fall Flora Stevens arbeiteten. Sie hatten eine Frauenleiche gefunden und benötigten die Hilfe der New Yorker Polizei für einen DNA-Abgleich. Sie sollten nach Verwandten von Flora suchen, um zu überprüfen, ob es sich tatsächlich um die verschwundene Frau handelt.

Die Polizei konnte mithilfe der Sozialversicherungsnummer eine Einrichtung für betreutes Wohnen in Lowell, in der Nähe von Boston, ausfindig machen. Doch anstatt auf mögliche Verwandte zu treffen, fanden sie tatsächlich die verschwundene Flora.

Die heute 78-Jährige konnte sich auf einem Foto wiedererkennen. Jedoch war dies die einzige Antwort, die sie den Beamten geben konnte. Aufgrund ihrer fortschreitenden Demenz war es den Polizisten nicht möglich, herauszufinden, warum sie verschwunden ist und was sie in den letzten Jahrzehnten gemacht hatte. Durch ihre Krankenakte sind nur ihre Aufenthalte vor dem betreuten Wohnen in Lowell rekonstruierbar. Sie hat davor in einem Pflegeheim in New York und New Hampshire gelebt.

Für ihren Ehemann kommt diese Nachricht zu spät. Er verstarb zehn Jahre nach ihrem Verschwinden.

Quelle: Spiegel Online