Sie haben sich für unseren Planeten, unser Klima eingesetzt – und wurden nachweislich brutal ermordet. Das zeigt die erschütternde Statistik der NGO Global Witness. Im vergangenen Jahr wurden mindestens 212 Menschen getötet.

Greta Thunberg wird für ihren Einsatz zum weltweiten Klimaschutz von führenden Politiker*innen beleidigt und teilweise sogar bedroht – und viele andere Umweltaktivist*innen, die nicht das Glück haben, in demokratischen Staaten zu leben, ergeht es noch viel schlimmer, wie ein Bericht der NGO Global Witness zeigt. Mehr als 200 Umweltaktivist*innen sind im vergangenen Jahr weltweit getötet worden.

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Weil sie gegen Staudämme, Bergwerke und Abholzung demonstrierten, sind mindestens 212 Aktivist*innen einem tödlichen Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen – sogar in Europa wurden Opfer verzeichnet. Die meisten Gewaltverbrechen gegen Umweltschützer*innern gibt es jedoch laut Global Witness in Lateinamerika – hier fanden fast zwei Drittel aller dokumentierten Morde statt. Die Opferzahlen seien seit 2012 die höchsten. Man gehe aber von einer hohen Dunkelziffer aus, da viele Fälle nicht als solche erfasst werden würden.

Wirtschaftliche Interessen nur schwer mit Umweltschutz vereinbar – müssen deswegen Menschen ihr Leben lassen?

Kolumbien führt die Liste mit 64 Fällen von tödlicher Gewalt gegen Umweltaktivist*innen an – es sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Kolumbien zählt weltweit als einer der Marktführer im Steinkohleabbau, über 30 Millionen Tonnen werden gefördert. Danach folgen die Philippinen mit 43 Todesfällen, rund 40 Prozent der Todesopfer waren laut Global Witness Indigene, etwa zehn Prozent waren Frauen.

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Beängstigend ist der wohlmögliche Einfluss der Wirtschaft in diese Mordfälle: Laut der NGO ließen sich rund drei Viertel der Fälle mit bestimmten Wirtschaftszweigen in Zusammenhang bringen. Gegner*innen von Bergbauprojekten und der Agrarindustrie seien besonders gefährdet. Rund 50 der toten Umweltaktivist*innen hatten sich gegen den Bergbau engagiert, 34 gegen Agrarunternehmen. Ein Engagement, das besonders häufig in asiatischen Ländern für Umweltaktivist*innen lebensbedrohlich wurde.

In Indonesien etwa seien im Oktober 2019 zwei Aktivisten nahe einer Palmöl-Plantage einfach erstochen worden. In den Philippinen seien bei Polizeieinsätzen insgesamt 23 Zuckerrohr-Bauern getötet worden. Es seien häufig ausgerechnet die Industriezweige, die am stärksten den Klimawandel antreiben würden, so die NGO.

Aber sogar in der Europäischen Union gibt es dem Bericht zufolge Morde an Umweltaktivist*innen. In einem von Europas größten verbliebenen Urwäldern Rumäniens sei eine Försterin in von Kriminellen von der sogenannten "Holzmafia" erschossen worden – sie hatten aus der illegalen Abholzung ein Geschäft gemacht. Einen Monat zuvor sei ein Kollege der Frau mit einer Axt erschlagen worden. Beide wollten dem illegalen Holzhandel ein Ende bereiten.

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Quelle: Noizz.de