Das bekannte schwedische Möbelhaus will sich mehr für Nachhaltigkeit einsetzen – deshalb kannst du deine alten Möbel jetzt auch einfach bei Ikea zurückgeben. Aber macht das wirklich Sinn? Und was sind geeignete Alternativen? Wir haben uns die neue #BuybackFriday-Aktion mal genauer angeschaut.

Die Tage werden kürzer, das Wetter regnerischer – höchste Zeit also dein WG-Zimmer, deine Wohnung oder dein Haus möglichst gemütlich zu machen. Dabei willst du vielleicht auch endlich mal das ein oder andere Möbelstück auszutauschen, um für ein bisschen frischen Wind in den eigenen vier Wänden zu sorgen. Wohin aber mit dem alten Schrank, der ausrangierten Stehlampe und dem ollen Schreibtisch, den du eigentlich eh nur als Ablagefläche nutzt?

Wenn es nach Ikea geht, bringst du deine ausrangierten Möbel jetzt einfach ins blau-gelbe Einrichtungshaus zurück: Weil das Unternehmen nachhaltiger werden möchte, wirbt es gerade mit einer #BuybackFriday-Aktion: Zwischen dem 24. November und dem 3. Dezember sollen Kund*innen in 27 Ländern, ja darunter auch Deutschland, alte Ikea-Möbelstücke gegen einen Gutschein im Geschäft einlösen können. Der Gutschein kann bis zu 50 Prozent des ursprünglichen Preises des Artikels wert sein.

Dein gebrauchtes Möbelstück landet, wenn es sich in einem guten Zustand befindet, in der sogenannten "Fundgrube": Eine Extra-Abteilung für Ausstellungsgegenstände, die jede*r fleißige Ikea-Gänger*in kennt. Verdienen will Ikea an der Aktion nichts – die Möbelstücke werden eins zu eins zum Rückkaufpreis an andere Kund*innen weitergegeben. Alles, was dort nicht mehr weiterverkauft werden kann, soll laut Ikea recycelt oder an Gemeinschaftsprojekte gespendet werden, die Menschen helfen, die am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen sind.

Die Aktion ist nicht neu – sondern Teil der Ikea-Initiative "Zweite Chance"

Ganz neu ist die Aktion nicht – schon im vergangen Jahr hat Ikea mit der Initiative "Zweite Chance" angefangen, Möbelstücke in allen deutschen Einrichtungshäusern zurückzukaufen. Auf der Ikea-Website kann man den Laden seiner Wahl aussuchen und sich für derzeit über 1.500 Produkte den Kaufpreis ausrechnen lassen. Der "Buyback Friday" soll jetzt einfach nur noch mal mehr Aufmerksamkeit auf das Projekt lenken. Um mehr Kund*innen zu locken, wird der reguläre Rückkaufpreis dafür sogar noch mal um jeweils 20 Prozent erhöht.

Wie viel Geld gibt es für alte Möbel?

Jetzt wird es spannend, denn die Frage aller Fragen ist ja: Lohnt sich das Ganze überhaupt? Wir spielen das mal an zwei Möbelstücken durch. Wer beispielsweise ein gebrauchtes "BILLY"-Regal (derzeitigen Neupreis: 38,02 Euro) abgibt, bekommt eine Guthabenkarte im Wert von bis zu 24 Euro – je nach Zustand des Möbelstücks. Für einen "BRIMNES"-Kleiderschrank (derzeitigen Neupreis: 97,47 Euro) gibt es 45 Euro – im Aktionszeitraum sogar bis zu 64,50 Euro.

Neue Möbel gefällig?

Was sind die Nachteile?

Wir fassen zusammen: Wer alte Ikea-Möbel zurückbringt, kann mehr als die Hälfte des ursprünglichen Kaufpreises zurückbekommen. Kann, denn bis du im Geschäft stehst und ein*e Mitarbeiter*in das Möbelstück begutachtet hat, weißt du nicht genau, wie viel du wirklich bekommst. Vielleicht hast du eine Macke übersehen und plötzlich gibt es statt 24 Euro nur noch 15?

Wenn du damit nicht einverstanden bist, musst du das Ding im Zweifel wieder zurück nach Hause karren. Ganz schön aufwendig. Und das ist auch schon das nächste Problem: Du bist selbst dafür verantwortlich, das Möbelstück zum Einrichtungshaus zu transportieren – und zwar vollständig aufgebaut. Wer also nicht gerade über einen eigenen Transporter oder ein geräumiges Auto verfügt, muss sich das erst mal organisieren. Und noch ein Nachteil: Statt Cash auf die Hand gibt es eben "nur" einen Warengutschein, den du dann natürlich wieder für neue Ikea-Möbel einsetzen kannst, beziehungsweise musst. Du konsumierst also trotzdem immer weiter.

Welche Alternativen habe ich, um meine alten Möbel loszuwerden?

Wer auf den mühseligen Transport verzichten will und lieber Cash statt Gutscheine in der Hand hält, kann seine Möbel auf diversen Kleinanzeigen-Seiten und Flohmarkt-Seiten online anbieten. Neben Ebay gibt es in vielen Großstädten zum Beispiel Facebook-Gruppen, in denen Mitglieder alte Sachen verkaufen, verschenken oder explizit suchen können. Das Unternehmen hat außerdem eine "Marketplace"-Funktion eingerichtet, die ähnlich wie Ebay funktioniert.

Auch Ikea-Möbel verdienen eine zweite Chance

Auf lokaler Ebene kannst du deine Möbel auch erstmal in deinem Freundes- und Bekanntenkreis anbieten, in deiner Straße oder in deinem Haus Zettel für Nachbar*innen aufhängen. In Universitäten und Supermärkten gibt es meist schwarze Bretter, viele Unternehmen bieten in ihren Intranetzen Verkaufsoptionen für Mitarbeiter*innen an. Und wenn du eine gute Tat vollbringen willst, informierst du dich bei gemeinnützigen Vereinen, wo und wie du deine ausrangierten Möbel an bedürftige Menschen verschenken kannst.

  • Quelle:
  • Noizz.de