Eine entsprechende Klage in Karlsruhe von zwei Studentinnen, die das Retten von Lebensmitteln aus den Müllcontainern von Supermärkten entkriminalisieren wollten, ist vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert. Anscheinend ist es den Politiker*innen lieber, dass noch gute Lebensmittel im Müll landen.

Jede Minute wird in Deutschland rund eine LKW-Ladung an Lebensmitteln weggeworfen, die man eigentlich noch essen könnte. Klingt abstrus, und genau deswegen machen sich immer mehr Menschen auf, nachts die Müllcontainer von Supermärkten nach Lebensmittel zu durchsuchen, die sie retten können. "Containern" nennt man das. Das Problem: Es ist verboten, weil in den meisten Fällen Hausfriedensbruch begannen wird, wenn du das Gelände des Supermarktes Nachts betretest.

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Genauso ist es zwei Studentinnen bei München passiert. Sie wurden erwischt und mussten Sozialstunden leisten. Das Containern ein Verbrechen sein soll, wollten die beiden aber nicht hinnehmen – sie gingen bis vor das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe und legten dort Verfassungsbeschwerde ein. Erfolglos.

Containern bleibt weiterhin eine Straftat

Caro (l.) und Franzi (r.) sprechen beim Bundesverfassungsgericht bei einer Protestkundgebung– sie wurden beim Containern erwischt.

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Heißt auch: Die Politik darf Containern also weiterhin verbieten. Das Eigentum an wirtschaftlich wertlosen Sachen dürfe grundsätzlich strafrechtlich geschützt werden, teilte das Bundesverfassungsgericht mit.

Das war passiert:

Die jungen Frauen hatten nachts in Olching bei München Obst, Gemüse und Joghurt aus dem Müll eines Supermarktes gefischt. Weil der Container verschlossen zur Abholung bereitstand, werteten die Gerichte das als Diebstahl und verurteilten die Frauen zu Sozialstunden. Außerdem bekamen sie eine Geldstrafe auf Bewährung.

Dass so viele Lebensmittel von Supermärkten einfach so im Müll landen, obwohl man sie noch Essen könnte, hat einen einfachen Grund: Einerseits dürfen Supermärkte Joghurt, Pudding und Co. nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mehr verkaufen und haben keine andere Wahl, als die Ware wegzuschmeißen. Andererseits wollen viele Konsumenten auch nur perfekte Ware haben. Die zerknüllte Popcornpackung landet im Müll.

Zwar spenden immer mehr Lebensmittelhändler ihre Waren auch der Tafel oder haben Spendenregale, die Entscheidung des Bundesverfassungsgericht, Containern weiterhin zu verbieten, fördert eher Lebensmittelverschwendung, als dass es sie stoppt.

[Text: Zusammen mit dpa / sw]

Quelle: Noizz.de