Für Xavier Naidoos Konzertpläne im kommenden Jahr sieht es wirklich nicht gut aus: Nun droht auch sein Konzert in der Spandauer Zitadelle abgesagt zu werden. Grund sind wieder einmal seine kontroversen Ansichten aus dem breiten Spektrum von Verschwörungstheorie und Rassismus.

Es gab Zeiten, da galt Xavier Naidoo als einer der talentiertesten deutschen Künstler und Singer-Songwriter. Seine Hits verkauften sich wie warme Semmeln. Doch wie gesagt: Das war einmal. Mittlerweile ist der 48-Jährige eher für seine Verschwörungstheorien und sein unreflektiertes rechtspopulistische Gedankengut bekannt. Zwar hat er noch Fans, immer mehr Politker*innen in vielen deutschen Städten wollen mit dem Sänger jedoch nicht mehr in Verbindung gebracht werden – und wollen dementsprechend für Konzertabsagen sorgen. Jetzt auch in Berlin.

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Wie viele Musiker*innen musste auch Naidoo seine für den Sommer 2020 geplante Tour um ein Jahr nach hinten verschieben. Der perfekte Anlass also, um so einen Naidoo-Konzert an sich noch einmal infrage zu stellen. In Berlin braucht es dafür nicht einmal eine Petition, die Lokalpolitik wird von alleine aktiv. Geplant war, dass der Ex-DSDS-Juror am 01. August 2021 in der Zitadelle Spandau auftreten soll.

Xavier Naidoos Konzert in Berlin soll abgesagt werden

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Der Spandauer Kulturstadtrat Gerhard Hanke von der CDU will sich sogar mit dem Konzertveranstalter treffen, um das Konzert endgültig abzusagen, wie die "Berliner Zeitung" berichtet. Im Vorfeld hatten auch Anwohner, Journalist*innen und andere Spandauer Politiker*innen bereits Kritik an dem Konzerttermin und den Künstler geäußert.

Das Problem bei der ganzen Sache: Der Bezirk Spandau hat die Zitadelle Spandau direkt an den Veranstalter für mehrere Jahre vermietet – und der kann laut Vertrag selbst entscheiden, wer dort auftritt. Aber wieso kann die Behörde die Veranstaltung nicht einfach gleich verbieten? Laut dem Bericht der "Berliner Zeitung" drohe dem Bezirk Spandau dann eine hohe Geldstrafe wegen Vertragsbruch.

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Es ist nicht die erste Konzertabsage für Xavier Naidoo

Das Berliner-Konzert im August 2021 ist für den umstrittenen Sänger nicht der einzige Problemfall. Erst in der vergangenen Woche wollte Naidoo eigentlich im bayrischen Hof auftreten. Aufgrund der Coronapandemie wurde daraus natürlich nichts. Die fränkische Stadt blockierte aber auch einen möglichen Ausweichtermin. Oberbürgermeisterin Eva Döhla begründete das wie folgt:

"Die Aussagen des Künstlers auch außerhalb seines künstlerischen Engagements sind umstritten und haben aus meiner Sicht an Deutlichkeit gewonnen. Wir distanzieren uns kategorisch von jedem, der Ressentiments befeuert, antisemitisches oder homophobes Gedankengut verbreitet oder Verschwörungstheoretikern nahesteht und sich von Extremisten vereinnahmen lässt. Denn Hass ist keine Meinung."

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Auch in Mannheim, Ulm und Rostock formierte sich Widerstand. Immer wieder taucht der 48-Jährige im Zusammenhang mit sogenannten Verschwörungsmythen auf. Wegen politischer Textzeilen in einem Video sieht er sich außerdem Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. RTL nahm den Sänger deshalb im Frühjahr aus der Jury von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS). Naidoo bestreitet die Vorwürfe vehement.

[Teile des Textes zusammen mit dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de