Es fiel bereits ein Urteil, nun geht es in zweiter Instanz weiter

Xavier Naidoo wehrt sich weiterhin gerichtlich gegen Antisemitismus-Vorwürfe. Am Dienstag beschäftigte sich das Oberlandesgericht Nürnberg mit einer entsprechenden Klage des 47-Jährigen Musikers. Eine Entscheidung soll nicht vor Ende Oktober bekanntgegeben werden, sagte ein Gerichtssprecher.

Vorausgegangen waren Vorwürfe einer Mitarbeiterin der Heidelberger Amadeu-Antonio-Stiftung, die sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus einsetzt. Melanie Hermann hatte dem 47-Jährigen vorgeworfen, er sei antisemitisch. Dies lasse sich strukturell - etwa anhand seiner Liedtexte - nachweisen. Unter anderem würden darin auch Politiker beschimpft. Eindringlichstes Beispiel hierfür aus Naidoos Repertoir ist wohl der Song "Marionetten" aus dem Jahr 2017.

Schon damals hatte Hermann Naidoo des Antisemitismus bezichtigt. Das Landgericht Regensburg hatte in erster Instanz der Klage Naidoos auf Unterlassung stattgegeben. Die Mitarbeiterin der Stiftung ging jedoch in die zweite Instanz zum Oberlandesgericht Nürnberg. Bei dem Termin am Dienstag waren weder sie noch Naidoo anwesend, wie der Gerichtssprecher sagte. Naidoo weist bislang jegliche Antisemitismus-Vorwürfe zurück und beruft sich auf sein Persönlichkeitsrecht, das er durch die Vorwürfe verletzt sieht. Der Sänger war allerdings wegen seiner kontrovers aufgefassten Texte wiederholt in die Diskussion geraten.

[Text: Zusammen mit dpa]

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  • Quelle:
  • Noizz.de