Nach dem fragwürdigen Video, indem Xavier Naidoo unter anderem gegen Flüchtlinge wettert reagiert auch RTL. Ab sofort darf er nicht mehr Teil der DSDS-Jury sein. Der Sänger wehrt sich gegen die Vorwürfe.

So schnell kann es gehen: Sänger Xavier Naidoo ist nicht mehr Jury-Mitglied in der RTL-Sendung "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS). Der Entscheidung war ein fragwürdiges Video zuvor gegangen, indem der Sänger sich rassistisch äußert und das vor allem in rechten Netzwerken kursierte. Erst kurz vor RTLs Entscheidung hatte Naidoo die Rassismus-Vorwürfe gegen sich vehement zurückgewiesen. Er reagierte damit auf eine Debatte um ein Video, in dem zu sehen ist, wie er ein Lied mit umstrittenen Textzeilen singt.

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Auf Facebook schrieb er, seine Aussagen seien absolut falsch interpretiert worden. In den Kommentarspalten zu dem Video werfen zahlreiche Nutzer dem Sänger Rassismus vor. Wer das Video wann ins Netz stellte, ist unklar. Naidoo saß bis jetzt mit Dieter Bohlen in der Jury der aktuellen Staffel von DSDS. An diesem Samstag geht die Show in die Live-Phase – ohne Naidoo.

Hier kannst du Xavier Naidoos Statement lesen:

Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit seien ihm völlig fremd, auch wenn er sich zuweilen emotional künstlerisch äußere, hieß es in einem Beitrag auf Naidoos Facebook-Seite. "Ich setze mich seit Jahren aus tiefster Überzeugung gegen Ausgrenzung und Rassenhass ein. Liebe und Respekt sind der einzige Weg für ein gesellschaftliches Miteinander", wurde der Sänger dort zitiert.

In einem Posting des Senders RTL auf Twitter heißt es: "1. Wir distanzieren uns von jeglicher Form von Rassismus 2. Auch wir sind irritiert von dem aufgetauchten Video 3. Wir erwarten klare Antworten von Xavier #Naidoo."

Auch die Integrationsbeauftragte kritisiert Xavier Naidoo

Die Aussagen sind insofern besonders irritierend, weil der 48-Jährige selbst aus einer Einwandererfamilie kommt – sein Vater stammte aus Südafrika und hat indische sowie deutsche Wurzeln. In der Debatte um das Video hat die Integrationsbeauftragte Annette Widmann-Mauz von der CDU den Sänger kritisiert und eine weitere Erklärung gefordert.

"Solch ein Video ist angesichts der derzeitigen Bedrohung durch Rechtsextremismus brandgefährlich", sagte die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration der Funke Mediengruppe. In dem fraglichen Videoausschnitt heißt es unter anderem: "Ich hab' fast alle Menschen lieb, aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt, dann muss ich harte Worte wählen. Denn keiner darf meine Leute quälen."

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Widmann-Mauz sagte: "Wenn Xavier Naidoo sagt, er sei falsch interpretiert worden, dann sollte er noch einmal für alle nachvollziehbar erklären: Was können Hörer hier falsch interpretieren?" Mit seinen Songtexten, politischen Aussagen und dem Propagieren von Verschwörungstheorien sowie Ideologien der Reichsbürger-Bewegung sowie homophoben, antisemitischen und rechtspopulistische bis rassistischen Andeutungen löste er mehrfach Kontroversen aus.

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[Tex: Zusammen mit dpa/sw]

Quelle: Noizz.de