Brachialer Trapsound, rasierte Köpfe, fliegende Adiletten.

Mit den 102 boyz entert eine neue Generation Rap die Bühnen des Landes. Wir waren auf dem Helene Beach Festival hautnah dabei und haben den Abriss in einem eskalativen Video festgehalten.

Sie sind die neueste Errungenschaft deutscher Kulturgeschichte: Die 102 boyz! Die Bande aus Ostfriesland mischt derzeit ordentlich das Rap-Game auf. Radikal anders, weit weg von jedem Autotune-Geträllere ihrer Mitstreiter und vielleicht gerade deshalb ganz vorne auf der Erfolgswelle des Deutschraps dabei.

Sonnige Zeiten: 102 sind auf dem Vormarsch

Während Mero und Co. fürs Musikvideo nach Ibiza fliegen, um vor dicken Autos und leicht bekleideten Frauen zu flexen, gehen 102 einen anderen Weg. Mit einer Bierdose vor Schiffscontainern, mit Wodkaflasche in einer abgefuckten Lagerhalle oder einfach nur Abhängen mit den Jungs. In ihren Musikvideos machen sie das, was sie vor ihrem Erfolg auch schon gemacht haben: Saufen, Rumhängen, Spaß haben. Und genau das macht sie so authentisch.

Vorm Auftritt noch schnell ein paar Ansagen verteilt

Spätestens seit ihrem Hit "Bier" mit der Berliner-Truppe BHZ sind sie vollends auf dem Deutschrap-Radar angekommen. Ihr Debüt-Album "Asoziale Allstars" lieferte direkt die passenden Hymnen zum dezidierten Koma-Saufen. Als Kulturbanause bekommt man bei den harten Bässen vielleicht Bock, jemandem am Busbahnhof die Fresse einzuschlagen. Für echte Kenner ist es allerdings der optimale musikalische Unterbau zum Bier-Trichtern.

If you care about her, put her in designer

Mit ihrer asozialen Allstars-Tour und dem gleichnamigen Debüt-Album haben sie klargemacht, wo es hingehen soll: ein Asozialisierungsprogramm für Deutschlands Jugend. Das Bootcamp für frisch rasierte Seiten und maximalen Alkoholpegel.

Bootcamp für frische Seiten

Ihre Lieder sind eine Hommage an unzertrennbare Freundschaften, exzessiven Drogenkonsum und die beste Zeit ihres Lebens.

Spaß bei der Arbeit

Souveräner Abriss auf dem Helene Beach

"Eins, Null, Zwei! Eins, Null, Zwei!" Die Chöre schallen bis hinter die Stage, die Jungs machen sich ready. Mic-Check, Hände klatschen, Bühne abreißen. Kurz vorm Start pushen sie sich gegenseitig, dann geht es los. Wenn eine Bande Jungs hochmotiviert die Bühne stürmt, ist das eine andere Energie, als beim auf der Stelle wippen zum Gitarren-Solo von Ed Sheeran. Es ist brachial, es ist wild, es ist asozial – und geil. Wenn die Jungs die Bühne entern, ist Abriss angesagt. Damit liefern sie genau das, worauf die tobende Meute gewartet hat: Mucke zum Ausrasten. Die Freude an der Eskalation steckt an. Nicht mehr nur Ostfriesland, mittlerweile ganz Deutschland.

Vorm Ausrasten abklatschen

Immer mit dabei: Bier und Jägermeister

Auch mit von der Partie: Wodka, natürlich stilecht direkt aus der Flasche ab in die Blutbahn, einen Schluck Apfelsaft zum runterspülen und danach mit Volldampf zurück über die Bühne brettern. 102 schafft einen merkwürdigen Spagat aus radikaler Asozialität und grenzenloser Sympathie, bei der man selber nicht so recht weiß, wo sie eigentlich herkommt.

Vodka Apfelsaft weil lecker

Mit derartigen Auftritten haben sich die 102 boyz schnell ein stabiles Proleten-Image aufgebaut, das nicht nur gut ankommt, sondern auch wie die Faust aufs Auge zu den Jungs passt. Es wird gesoffen, gehangen und gekifft. Dahinter steckt mehr: Freundschaft, Verbundenheit, Loyalität. Zusammen aus dem Untergrund direkt auf die großen Bühnen dieses Landes. Die Jungs leben, wovon andere träumen.

102% Vollgas

Auch wenn sie nicht dafür bekannt sind sich für Frauenrechte, Umweltschutz oder bewussten Drogenkonsum einzusetzen – sie sind aktuell das Beste, was Deutschland zu bieten hat. Sympathische Jungs, die sich zum Saufen und Mucke machen getroffen haben und jetzt den Erfolg einfahren, den sie verdienen.

Alles Gute, 102!

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P.S.: Dem Mann, der am Ende des Videos aus dem Moshpit ins Weltall befördert wird, geht es wieder gut. :)

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Quelle: Noizz.de