Zuletzt hatten sich der Oberbürgermeister und Gemeinderat von Rastatt gegen ein Konzert des Rappers gestellt.

"Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm an mit dem Molotow", heißt es in einem Song von Kollegah und Farid Bang. In einem anderen: "Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen". Für solche judenfeindlichen Hetz-Texte wird Kollegah immer wieder heftig kritisiert. Er begründet die Textzeilen mit Kunstfreiheit. Jetzt stellt sich Hessens Antisemitismus-Beauftragter, Uwe Becker, gegen den Rapper.

Kollegah soll am 10. Dezember in der Offenbacher Stadthalle auftreten

Das will Becker verhindern. "Wer mit seiner Musik den Antisemitismus in unserem Land salonfähig macht, ist hier in Hessen nicht willkommen", schrieb er in einer Pressemitteilung. Und weiter: "Die künstlerische Freiheit endet dort, wo die Würde des Menschen vorsätzlich verletzt wird. Kollegah überschreitet mit seinen Texten ganz klar eine Grenze, gerade gegenüber den Menschen, die in unserem Land leben und dem jüdischen Glauben angehören."

Deshalb will Becker einen Brief an den Veranstalter schreiben. "Ich werde ihn dazu auffordern, vom Auftritt in Offenbach Abstand zu nehmen. Ich hoffe, dass sich andere Institutionen, Persönlichkeiten und die Stadt meinem Appell anschließen. Musik und Kunstfreiheit müssen enden, wo die Würde des Menschen verletzt wird."

Ob Kollegahs "Monument Tour 2019", in der er sein aktuelles Album vorstellt, verläuft wie geplant, steht noch nicht fest. Bisher lief es nicht unbedingt prickelnd für ihn: So wurde schon sein Konzert am 9. November in Rastatt abgesagt. Dort hatten sich Oberbürgermeister und Gemeinderat gegen das Konzert gestellt, weil sie antisemitischen, gewaltverherrlichenden und frauenverachtenden Texten keinen Raum in der Stadt geben wollten. Offizielle Begründung der Absage war aber ein gekündigter Mietvertrag des Veranstalters – wodurch Kollegah einfach die Location wegbrach. Zufall?

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Quelle: Noizz.de