Zum Beispiel, dass ihr Konzert in Berlin für sie am wichtigsten war!

Endlich ist sie da, die September-Ausgabe der US-Vogue! Zum ersten Mal in der 126-jährigen Geschichte der US-Zeitschrift hat ein Gast alles, was mit dem Cover zu tun hat, kurartiert: Coverfoto, Artikel und so weiter. Für diese Premiere wählte Anna Wintour nieman geringeren aus als Beyoncé.

Die Fotos stammten zum ersten Mal von einem afro-amerikanischen Fotografen. Tyler Mitchell, erst 23, setzte Beyoncé in Szene. Aber nicht nur das ist etwas Besonderes an dem Vogue-Cover der ikonischen Sängerin. Auch Beyoncés Gastbeitrag für die Modezeitschrift zeigte eine neue Seite der Künstlerin.

Erstmals zeigte sie sich auch von einer verletzlichen Seite, sprach offen über Fehler, Probleme sowie ihre Rolle als Frau, Mutter und Afro-Amerikanerin.

Das gerade in der US-amerikansichen Gesellschaft Alltagsrassismus und auch Alltags-Sexismus ein riesengroßes Thema sind, macht Beyoncés Cover-Story noch einmal mehr bewusst. Wir haben für euch die 5 Weisheiten, die ihr aus Beyoncés Vogue-Beitrag für euer Leben mitnehmen könnt:

1. Es ist okay nach der Schwangerschaft nicht gleich wie ein superheißes Topmodel auszusehen. Hauptsache, ihr seid mit euch im Reinen.

Eigentlich spricht Beyoncé so gut wie nie über Privat-Angelegenheiten. Ihre Kinder hält sie aus der Öffentlichkeit fern. Nun sprach sie zum ersten Mal aber über die Geburt ihrer Zwillinge Sir und Rumi. Die verlief alles andere als reibunsglos: Beyoncé brachte die beiden per Kaiserschnitt zur Welt.

Nach diesem Eingriff nahm sie sich sechs Monate Zeit, sich zu erholen. Erst danach bereitete sie ihre Coachella-Show vor. Ganz anders als nach der Gbeurt von Blue Ivy: In dem Gespräch für die Vogue gab Beyoncé zu, dass sie sich damals zu sehr von den Erwartungen der Gesellschaft habe leiten lassen.

Alle hätten erwartet, dass sie direkt wieder in Topform durchstartet – und auch ihre überschüssigen Schwangerschaftspfunde so schnell wie möglich verlieren sollte. Kein halbes Jahr später war Beyoncé sogar auf Tour. „ Rückblickend, war das irre. Ich stillte mein Kind noch, als ich 2012 in Atlantic City performte“, sagt die Sängerin.

Sie findet es außerdem wichtig, dass Frauen sich so akzeptieren sollten, wie sie sind – egal was die Gesellschaft denkt oder erwartet: „Für Frauen und Männer ist es wichtig, die Schönheit ihres natürlichen Körpers zu akzeptieren.“ Deswegen habe sie auch keine Extensions und nur wenig Make-up für die Fotostrecke in der Vogue getragen.

2. Alle sollten die gleichen Chancen im Leben haben

Eigentlich bitter, dass wir heute im 21. Jahhrundert noch über die Hinterlassenschaften von Sklaverei und kolonialer Unterdrückung reden müssen. Auch wenn Beyoncé und ihr Ehemann Jay-Z Megastars sind: Selbstverständlich ist das nicht.

Das zeigt die Sängerin nicht nur mit der Wahl Ihres Fotografens. Beyoncé möchte selbst Türöffnerin werden, für Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft nicht die gleichen Möglichkeiten wie andere haben: „Es gibt so viele kulturelle und gesellschaftliche Barrieren. Also möchte ich tun, was ich kann.“

3. Man muss seine Vergangenheit durchbrechen

Eigentlich ist es uns allen klar: Die Geschichte und die Welt, in der wir leben, ist dominiert von Männern. Um das für sich selber besser zu verstehe, hat Beyoncé aber ihre eigene Familiengeschichte genauer untersucht. Und siehe da: Sie fand heraus, dass in ihrer Familienreihe ein Sklavenbesitzer sich in eine seiner Sklavinnen verliebte und diese heiratete.

Beyoncé ist überzeugt davon, dass sich das auf ihre eigene Geschichte übertragen hat:  „Deswegen hat Gott mir die Zwillinge geschenkt. Männlich und weiblich kann friedlich nebeneinander existieren – und zum ersten Mal in unserer Familiengeschichte friedlich nebeneinander aufwachsen.“

Natürlich haben wir nicht alle so eine krass Geschichte wie Beyoncé. Aber den Gedanken sollten wir uns zu Herzen nehmen.

4. Der Auftritt im Berliner Olympiastadion bei der „OTR II“ war für Beyoncé der wichtigste

Beyoncé ließ es sich vor ihrem Auftritt im Berliner Olympiastadion im Juni nicht nehmen, Jesse Owens, der bei den Spielen 1936 vier Goldmedaillen gewann, die Ehre zu erweisen. Gemeinsam mit Gatte Jay-Z posierten beide mit „Black Power“-Faust vor dem Denkmal.

Der Auftritt in historischer Kulisse scheint Queen B nachhaltig beeinflusst zu haben, auch wenner bei Publikum und Kritiker eher gemischte Reaktionen auslöste.

In der Vogue erzählt sie, dieser Auftritt war für sie der bisher eindrucksvollste in ihrem Leben gewesen: „Dieser Ort wurde missbraucht, um die Rhetorik des Rassismus weietrzutragen. Und es war der Ort, an dem trotz allem Jesse Owens vier Goldmedaillen gewann und den Mythos der weißen Vorherrschaft besiegt hat. 90 Jahre später performen zwei Afroamerikaner genau an diesem Ort.“

5. Beyoncé will ihren Sohn zu einem richtigen Mann erziehen

Natürlich nicht zu einem Macho! Beyoncé will ihren Sohn Sir wissen lasse, dass er in gewissen Situationen ruhig mutig und stark sein kann. Aber in anderen Momenten sollte er Empathie zeigen,  sensibel und ehrlich sein können. „Das ist doch alles, was eine Frau von einem Mann eigentlich will – und trotzdem erziehen wir unsere Söhne oft nicht so.“

So geht Emanzipation im Jahr 2018. Super-Mom Beyoncé.

Hier könnt Ihr Beyoncés Gastbeitrag für die Vogue in voller Länge lesen.

Quelle: Noizz.de