Wir wissen, wo ihr hingehen sollt.

Schon zum 14. Mal macht das Reeperbahn Festival aus den Kneipen und Bühnen des Hamburger Kiezes ein einzigartiges Indoor-Festival. Vom 19. - 22. September tummeln sich in der Hansestadt allerlei Newcomer-KünstlerInnen, die man definitiv im Auge behalten sollte. Nicht selten werden aus den MusikerInnen auf den Bühnen des Reeperbahn Festivals die Popgrößen von Übermorgen. Aber nicht nur beim Line Up beweisen die MacherInnen der Veranstaltung Händchen: Auch die Panels, Diskussionen und Workshops behandelt stets aktuelle und brisante Themen rund um das Musik-Business. Dabei wird allerdings immer darauf geachtet, dass hier nicht nur Musik-Nerds und Business-Interne in höchste Verzückung geraten, sondern auch Fans, peripher Interessierte und zufällige BesucherInnen.

Auf dem Reeperbahn Festival wird es französisch. Neben Bordeaux, den besten Croissants und malerischen Küstenstädtchen hat Frankreich auch großartige Musik zu bieten. Diese zeigt sich auf dem Reeperbahn Festival dieses Jahr in seinen schönsten Klängen. Wer interessiert ist, sollte sich am Donnerstag und am Samstag gegen 19 h im Molotow einfinden: Hier findet die "What the France Night" statt.

Musikalisch empfehlen wir außerdem die großartigen Schwestern von Ibeyi. Leider spielen diese in der Elbphilharmonie – und die Plätze hierfür sind längst vergriffen. Daher: Viel Spaß allen, die hier Platz nehmen dürfen.

Agar Agar hingegen warten mit ihrem dunklen Elektro-Pop am Mittwoch, den 19. September um 21.20 h im Moondoo. Hier dürfte es noch verfügbare Plätze geben – allerdings sollte man pünktlich sein: Das Duo wird bereits heiß gehandelt und dürfte im nächsten Jahr so richtig durchstarten.

Ansonsten dürfte es auch dieses Jahr wieder sein, wie immer auf dem Reeperbahn Festival: Das Angebot an unglaublich guten Acts und spannenden Diskussionen ist wahnsinnig reichhaltig und man weiß gar nicht, wo man eigentlich wirklich hingehen soll. Natürlich ist das immer auch Geschmacksache. Aber serviceorientiert, wie wir bei NOIZZ nun mal sind, wollen wir euch unsere Tipps nichts vorenthalten. Wir verraten euch, was unsere Must-Sees dieses Jahr sein werden.

Sam Fender: Ernste Themen, treibender Pop und ein blasses britisches Gesicht. Es ist kein Wunder, dass der Brite beim Label Universal bereits als ganz große Nummer gehandelt wird. Tatsächlich hebt sich der 22-jährige vom Pop-Einerlei sehr gut ab. Seine Themen sind nicht selten die Probleme der britischen Jugend, Identitätsfindung und die großen Fragen des kleinen Lebens.

Sam Fender spielt am Freitag den 21. September um 21.05 im Knust

Mikaela Davis: Wer die Harfe so gekonnt einsetzt, muss die Welt der Engel verstanden haben. Ja ok, das war ein wahnsinnig kitschiger Satz. Aber was soll man auch machen, wenn man so begeistert von der Amerikanischen Musikerin ist? Sie verbindet Folk mit der klassischen Harfe und kreiert zuckersüße Popsongs.

Mikaela Davis spielt am Donnerstag den 20. September um 23.10 in Angie's Nightclub

MADANII: Einmal stimmlich und bewegungsakrobatisch umhauen bitte. Das Duo lernte sich an der Popakademie Mannheim kennen, macht seither R'n'B, Pop und unterlegt das ganze hübsch mit elektronischen Produktionen. Zudem sind sie Live eine echte Instanz für Ohren und Augen.

MADANII spielen Mittwoch, den 19. September um 17 h auf der Astra Bühne "Zur geilen Knolle" und am Donnerstag den 20. September um 21.15 h im "Indra"

Malena Zavala: Da spaziert aber jemand elegant auf einem seidenen Faden zwischen Dreampop und Elektro-Songwriting. Wir sind hin und weg von Zavala, die zu überraschen weiß. Aktuell tourt sie mit ihrem Debütalbum "Aliso".

Live sehen können wir sie am Mittwoch den 19. September um 19.50 h im Headcrash und am Freitag den 21. September um 20 h in Mojo Jazz Café.

Joel Culpepper: Wir werden noch viel von ihm hören. Vor allem samtigen R'n'B, der sich herrlich einfach in die Gehörgänge legt. Der Londoner hat eine dieser Stimmen, die einen nicht mehr loslassen. Damit fabriziert er Großartiges – was seine 2017er EP "Tortoise" beweist.

Joel Culpepper spielt am Mittwoch den 19. September um 20 h in Angies Nightclub

Ruston Kelly: Hier gibts Singer-/Songwriterhymnen in ihrer schönsten Form. Kelly macht Folkpop, der ein bisschen klingt, wie aus einer anderen Zeit. Die Stücke des Musikers sprudeln einem dabei herrlich einfach ins Herz und schaffen es, das Detailverliebte ganz einfach erscheinen zu lassen.

Fil Bo Riva: Pop mit der nötigen Portion Rostigkeit – Fil Bo Riva hat eine dieser Stimmen, die nach jahrelangem Whiskey- und Zigarrenkonsum klingen. Einzusetzen weiß der gebürtige Italiener diese auch. Seine Kompositionen lassen einen spätestens nach den ersten drei Takten mitwippen.

Fil Bo Riva spielt am Samstag, den 22. September um 20 h in der St. Michaelis Kirche.

Frauen in der Musikbranche sind immer noch in der Unterzahl – vor allem wenn es um die Positionen in den Chefetagen geht. Vieles ist aktuell – nicht nur in der Musikbranche – im Umbruch. Das ist gut, und darf gerne weiterhin Trend bleiben. Natürlich wird es auch auf dem Reeperbahn Festival Diskussionen und Vorträge zum Thema geben. Hier unsere Auswahl dazu:

"Women In Music - Next Steps": Diskutieren werden hochkarätige Gäste. Unter anderem Tony Visconti, seines Zeichens Produzent und Wegbegleiter David Bowies, und Linda Perry, die nicht nur für mit ihrem Hit "What's Up" die 90iger mitprägte, sondern auch für Stars wie Pink Musik schreibt.

Donnerstag den 20. September um 16 h im Spiegelzelt.

"The Problem With #femaleproducer": Hier soll über die Gleichberechtigung in der Branche sinniert werden. Die Diskussion soll außerdem Anregungen für die Zukunft geben.

Samstag den 22. September um 13 h im Spiegelzelt.

"10 Jahre Missy Magazin": Pop, Politik und Feminismus wird auf dem Magazinmarkt nirgendwo so divers und mutig diskutiert, wie im Missy-Magazin. Wir gratulieren zum Jubiläum und freuen uns auf den gemeinsamen Rückblick.

Donnerstag den 20. September um 20.30 h in "Alte Liebe"

Weitere Themen:

"Sucht und Depression": Nicht erst seit Avicii oder kürzlich Mac Miller sind die Themen in der Musikbranche von größter Wichtigkeit. Torsten Groß stellt diese ins Zentrum seines Workshops und gibt Impulse für möglichen Umgang.

Samstag den 22. September um 16 h im "Arcotel Onyx"

"Books de Hoode": In diesem Literaturzirkel darf dieses Mal Nilz Bokelberg, den die ältere Generation noch aus frühen VIVA-Zeiten kennen dürfte. Es werden Lieblingsbücher vorgestellt und diskutiert.

Samstag den 22. September um 20.30 h im "Alte Liebe"

Wie bereits gesagt, ist das Programm des Festivals unendlich und es lohnt sich, den Zeitplan zu studieren. Auch gut: Sich ein wenig treiben lassen und schauen, wohin es einen verschlägt. Fischbrötchen und kühles Astra dürfte es jedenfalls überall geben – daran wird es also nicht scheitern.

Quelle: Noizz.de