„Die hat Angst um ihr Leben.“

Puh, belastende News. Das US-Medienportal Pitchfork hat einen Auszug aus einer bisher unbekannten Audioaufzeichnung veröffentlicht, in der der verstorbene Rapper XXXTentacion zugibt, sowohl seine Ex-Freundin misshandelt, als auch auf acht verschiedene Personen eingestochen zu haben.

Die Audiofile stammt vom Oktober 2016 und ist ein Gespräch zwischen XXXTenacion und einem Freund. Der Freund scheint die Unterredung heimlich aufgenommen zu haben; Pitchfork hat diese Aufzeichnung jetzt von einer mit dem Fall betreuten Anwaltskanzlei erhalten. In Bezug auf seine Freundin sagt der tote Rap-Star unter anderem Folgendes:

„Ich hab angefangen, sie kaputt zu machen, weil sie einen Fehler gemacht hat. Und von da an begann ein Teufelskreislauf. Jetzt hat sie Angst. Sie hat Angst um ihr Leben. Das kann ich verstehen.”

Oder an anderer Stelle zum Thema Messerstecherei:

„Du hast mich gesehen. Du weißt, was ich mit Menschen mache. Ich bin in den verdammten ,New Times’ wegen der Stecherei. Wie viele Menschen sagen sie waren es? Sie sagen, es waren drei, aber es waren acht.”

Damit könnte sich nun doch noch der Prozess zu Ende neigen, der den Rapper zu Lebzeiten in Verruf brachte. Seine Ex-Freundin hatte 2017 Anklage erhoben, von XXXTentacion während ihrer Schwangerschaft mehrfach schwer misshandelt worden zu sein. Pitchfork veröffentlichte Ende 2017 Auszüge aus ihrer Anklage – nichts für zarte Gemüter.

Dort konnte man zum Beispiel lesen, dass XXXtentacion bei einem gemeinsamen Ausflug mit der Freundin einen Song von sich und einem befreundeten Rapper abspielte. Als seine Freundin nicht nur seinen, sondern auch den Part des Freundes von X mitrappte, wurde er eifersüchtig und schlug sie brutal zusammen. Zuhause warf er sie in die Badewanne und prügelte weiter auf sie ein.

„Er wollte mir die Zunge rausschneiden, weil ich den Text mitgesungen habe”, so seine Ex-Freundin.

Ein anderes Mal zerschlug er vor Wut über 30 Kleiderbügel an ihren Beinen. Eines Tages schließlich richtete er ihr Gesicht so übel zu, dass sie sich selbst nicht mehr im Spiegel erkennen konnte. Aus Angst vor der Polizei hat er sie aber nicht ins Krankenhaus gehen lassen, sondern in ein Schlafzimmer mit Gittern an den Fenstern eingesperrt. Nach mehreren Tagen der Gefangenschaft gelang ihr schließlich die Flucht und der Weg zur Polizei.

XXXTentacion selbst hat sich vor Gericht immer als unschuldig bezeichnet und alles abgestritten. Welchen Einfluss die Aufnahme auf seinen Prozess hat, wird sich in den kommenden Tagen und Wochen zeigen. Bisher wurde ja auch nur ein kleiner Auszug aus den insgesamt 27 Minuten veröffentlicht.

Falls das alles stimmen sollte, sind das schreckliche und abstoßende Taten, die im krassen Gegensatz zu seiner brillianten, schönen Musik stehen.

XXXTentacion galt nämlich als einer der talentiertesten Musiker seiner Generation. Auf seinem Debütalbum „17” begeisterte er mit einer ungehörten Mischung aus Lofi, Trap und Folk. Sein Gesang ging unter die Haut und gewährte einen Einblick in seine zerstörte Seele. Das zweite Album „?” stieg auf Platz eins der amerikanischen Albumcharts ein und glänzte mit einer bunten Mischung aus progressivem Pop und Rap.

Wie XXXTentacion starb

Im Juni 2018 wurde XXXTentacion im Alter von 20 Jahren bei einem Raubüberfall erschossen. Er war auf der Suche nach einem neuen Motorrad und allein unterwegs. Als er das Motorradgeschäft verließ und wieder in seinem Sportwagen saß, versperrte ihm ein schwarzer SUV den Weg. Zwei vermummte und bewaffnete Männer sprangen heraus, stürmten auf ihn zu, stolen eine Tasche mit 50.000 Dollar Bargeld und erschossen den Rapper, der unmittelbar bei seiner Ankunft im Krankenhaus für tot erklärt wurde.

Quelle: Noizz.de