In der Interview-Reihe "Allein zu Haus" zeigen Künstler und Musiker ihr Zuhause und erzählen, was sie in der Corona-Krise gerade bewegt. In Vol. 3 sprechen wir mit Tomine Harket, Musikerin und Tochter des berühmten Aha-Sängers Morten Harket.

Eigentlich sollte es jetzt gerade erst so richtig losgehen mit Tomine Harket: Die 27-Jährige stellte gerade in diesem Jahr ihre vielversprechenden Singles vor, die auf Großes hinweisen. Klar, als Tochter des Aha-Sängers Morten Harket war Musik schon immer Teil ihres Lebens. Und in den letzten Jahren gab es immer wieder Mal musikalische Lebenszeichen der Norwegerin. Aber vor allem die jüngsten Tracks zeigen, was die junge Frau musikalisch eigentlich ausmacht: Federleicht sprenkelnde Harmonien, luftig gesetzte Elektro-Elemente und insgesamt einfach widerstandslos fassbaren Pop.

Blöd, dass jetzt, wo es abgehen sollte, wo Auftritte, Touren und sogar der Festivalsommer geplant werden sollten, Corona passiert. Allerdings scheint Tomine einfach zu versuchen, das Beste draus zu machen. Sie hat sogar neue Talente an sich entdeckt. Davon erzählt sie uns im Interview:

NOIZZ: Wie lange bist du schon in Isolation und wie kommen Sie damit zurecht?

Tomine Harket: Ich gehe mehrmals am Tag mit meinem Hund raus, also würde ich es nicht Isolation nennen, aber es ist definitiv seltsam, so viel drinnen zu sein und meine Freunde und Familie nicht zu sehen.

Was ist dein Lieblingsplatz zu Hause und warum?

Mein Bett. Ich habe ein riesiges Bett. Und dort verbringe ich die meiste Zeit, wenn ich zu Hause bin.

Neben ihrem Bett kuschelt sich Tomine gerne auf ihren gemütlichen Sessel oder schaut aus dem Fenster. Sie hat ihre Orte hier mit uns geteilt:

Der Blick aus Tomines Fenster.
Chillen geht auch auf dem Sessel.

Ein Quarantäne-Freund hilft Tomine gegen die Einsamkeit in der Corona-Isolation

Was genau bedeutet "Isolation" in deinem Fall? Gibt es eine Gruppe von Menschen, die du noch siehst?

Ich habe einen Quarantäne-Freund, mit dem ich abhänge! Das hat mir auch wirklich sehr geholfen, denn in den ersten zwei Wochen war ich völlig allein, und das war schrecklich. In Norwegen dürfen wir seit Neustem mit fünf Personen gleichzeitig in einem Abstand von einem Meter zusammen sein. Das ist also so viel besser! Jetzt können wir uns also im Park treffen und wenigstens ein bisschen geselliger sein.

Mein Schuhregal. Ich wünschte, ich hätte Platz für einen mehr, denn ich bin besessen von Sneakern und ich möchte sie alle sehen können. Im Moment kann ich sie nicht so oft anziehen – obvy.
Ok – dies ist einer meiner Lieblingsbecher. Ich schaue "Friends" jeden Tag, und habe ehrlich gesagt recht viel Friends-Merch – Nerd-Alert. Ich werde der Sitcom auf meinem nächsten Single-Cover auch ein kleines Augenzwinkern geben. Ich hoffe, sie verklagen mich nicht, haha.

Wie gefällt dir der Aufenthalt zu Hause? Was vermisst du am meisten?

Ich glaube, das Schwierigste daran, so viel allein zu sein, ist, dass man wirklich die Zeit hat, über alles nachzudenken. Das kann gut aber auch schlecht sein. Die erste Woche hat mich sehr traurig gestimmt, muss ich zugeben. Aber jetzt gefällt mir irgendwie, dass wir uns nur in kleinen Gruppen treffen. Allerdings vermisse ich meine Familie wie verrückt: Meine Mutter, mein Stiefvater und meine Schwester leben in Los Angeles, und ich sollte eigentlich jetzt gerade dorthin reisen. Es ist sehr schade, dass ich sie nicht besuchen kann. Ich hoffe, dass ich sie bald sehen werde.

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Hast du irgendwelche Heimwerker-Projekte gestartet, jetzt, wo du zu Hause bist und mehr Zeit hast?

Ich habe angefangen, Hoodies und Kleider anzumalen – und ich bin überraschend gut darin (lacht), also werde ich damit weitermachen.

Meine Sammlung an Textilfarben. Ich finde, jeder sollte mal versuchen, auf seiner Kleidung zu malen – es macht so viel Spaß! Ich mache sogar ein bisschen handbemalten Merch. Wer welchen gewinnen möchte, sollte mal auf meinem Insta-Account vorbeischauen.

Was ist dein bester Rat, um mit der Isolation fertig zu werden?

Ich finde es wichtig, sich auf Ziele zu konzentrieren. Man sollte die Tatsache ignorieren, dass die Zukunft ungewiss ist, und einfach einen Tag nach dem anderen nehmen. Man kann immer wieder Sache finden, die man noch tun oder ausprobieren wollte. Und: Wir alle können ja endlich den Scheiß machen, für den wir vorher keine Zeit hatten. Jetzt ist die Chance!

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Wenn du einen Wunsch hättest: Was sollten wir alle als Lektion aus dieser Krise mitnehmen?

Dass alles zu jedem Zeitpunkt passieren kann. Also sollten wir die Zeit nutzen, die wir haben, für Dinge und Menschen, die wir lieben.

Ihre ersten beiden Singles dieses Jahres kamen so richtig gut gelaunt daher. Mit ihrem neuen Song "About You" wird es dramatisch: Hier wird die Trennung ihres Freundes besungen. Wer gerade also ein bisschen Herzschmerz verarbeiten will oder einfach nur schmachten möchte, der kann das jetzt mit Tomine tun. Übrigens: Die Arbeiten an dem Song waren für die Künstlerin so emotional, dass ein paar Tränchen flossen. Ihr Weinen hat Tomine kurzerhand einfach auf dem Track gelassen, am Ende hört man also ganz echtes Schluchzen. Ergreifend!

Quelle: Noizz.de