Taylor Swift hat überraschend ihr neues Album "Folklore" gedroppt. Hat keiner mit gerechnet, umso mehr wird es allseits gefeiert. Abseits der Musik ranken sich etliche Verschwörungstheorien um die Platte.

Nur sieben Stunden nach der Ankündigung auf Instagram, haut Taylor Swift ihr achtes Studioalbum raus. Fans und Presse rasten aktuell entsprechend auf "Folklore" aus. Passend zum nachdenklicheren, eher klaviergetriebenen Sound der Platte gab es dieses Mal auch recht wenig Drama zum Release. Spätestens seit Kanye West, Schlangen-Emojis und anderen Instagram-Hints, die spitzfindige Taylor-Fans natürlich direkt entschlüsselten, erscheint einem der Drop von "Folklore" beinahe unprätentiös.

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Verschwörungen rund um Swifts-Album

Der Schein trügt jedoch gewaltig: Natürlich wird mal wieder ordentlich in der Fantasie- und Gerüchte-Küche gerührt. Eine der erfolgreichsten Popstars unserer Zeit kann schließlich nicht einfach so eine Platte rausbringen. Da muss schon mehr dahinter stecken. Oder? Hier unsere drei Lieblingstheorien:

Wo steckt eigentlich Kanye?

Präsidentschafts-Anwärter und Teilzeit-Musiker Kanye West teilt mit Swiftie eine lange Geschichte. Angefangen 2009, als West bei den MTV Video Music Awards zu Swift auf die Bühne polterte und ihr ihren Preis wieder abspenstig machen wollte. Gab ziemlich viel Ärger danach. Ist das nun ein neues Kapitels dieser Dreckwäsche-Chronik?

Fans und Kritiker behaupten: Ja. Kanye West hatte jedenfalls zwischen seinen verstörenden und ziemlich desaströsen Wahlkampf-Bemühungen vor gut einer Woche angekündigt, am Freitag den 24. Juli seine neue Platte "Donda: With Child" zu veröffentlichen. Hat er allerdings gelassen. Hatte er plötzlich doch keinen Bock auf eine Veröffentlichung? Oder steckt dahinter Kalkül?

2009: Kanye West schnappt Taylor Swift ihren MTV Video Music Award weg

Man fragt sich: Hat Swift aufgrund Kanyes ihr Album so plötzlich gedroppt? Hat Kanye am Donnerstag, den 23. Juli, mitbekommen, dass Swift ihre Platte so überraschend veröffentlicht und keine Lust darauf, dass sie ihm den Rang abläuft? Hat Taylor dem Rapper seinen Release versaut? Möglich ist hier alles.

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Wer ist Taylor Swifts ominöser Co-Writer William Bowery

Neben namhaften Produzenten und Mitmusikern wie Aaron Dessner, Justin Vernon und Jack Antonoff fällt bei zwei Songs auf "Folklore" auch der Name William Bowery. Der Name heizt Spekulationen an, denn: Googelt man ihn, findet man wenig. Entweder also, hier ist ein absoluter No-Name-Newcomer am Start und darf bei Mega-Superstar Taylor Swift mitmischen.

Oder aber: Hier steckt jemand ganz anderes hinter dem Namen. Die Gerüchteküche brodelt. Folk-Urgestein Joni Mitchell wird mit dem Namen in Verbindung gebracht, aber auch Swifts Bruder Austin Swift wird schon als geheimer Songwriter vermutet.

Am stärksten hält sich bisher das Gerücht, dass es sich bei William Bowery um niemand Geringeren als Swifts Boyfriend Joe Alwyn handelt. Der britische Schauspieler soll einen Großvater haben, der William heißt. Außerdem soll das erste Date der beiden Stars bei einem Konzert im New Yorker Bowery Hotel gewesen sein. Wie mysteriös!

Zwei Generationen Pop-Musik vereint: Taylor Swift (l.) neben Billie Eilish.

Ist Taylor Swift schwanger?

Fans von Taylor Swift haben Detektiv-Skills direkt in ihrer DNA – immerhin spüren sie Hinweise und Puzzleteile auf, wie besonders empfindliche Trüffelschweine. In Instagram-Bildern, Postings, Bildunterschriften – kurzum: allem, was die Musikerin von sich gibt, versammeln sich mindestens 20 Hints zu irgendwelchen verschlüsselten Botschaften.

Die Message, dass Taylor auf ihrem Album ihre Schwangerschaft enthüllt, ist allerdings gar nicht so wahnsinnig versteckt. Auf dem Song "peace" (geschrieben nur mit Aaron Dessner und nicht etwa mit ominösem William Bowery) singt die Musikerin recht unumwunden "Give you my wild, give you a child/ Give you the silence that only comes when two people understand each other."

Ist Swiftie schwanger von ihrem Boyfriend? Schon auf dem Album "Lover" spekulierte man über die Verlobung des Pärchens. Die Gerüchteküche brodelt! Könnte natürlich aber auch sein, dass Swift hier einfach einen Lovesong schreibt, in dem es theoretisch um die große Zugewandtheit zweier Menschen zueinander geht. Allerdings scheinen Fans sich sicher, dass hinter dem Song mehr steckt. Bei anderen Tracks sind sie nachlässiger: "Betty" erzählt die Liebe eines Teenies zu seinem Schwarm. Bisher nimmt keine*r an, dass der Song ein Hinweis darauf darstellt, dass Swift eigentlich schon eine 17-jährige Tochter hat, selbst in Wirklichkeit erst 17 ist, oder sonst was.

Bedeutet "Folklore" nun die neue Ernsthaftigkeit?

Die allgemeine Rezeption des neuen Swift-Albums fällt durchweg positiv aus. Das Popsternchen habe sich einem ernsthafteren Indie-Makeover unterzogen, titelt der "NME" etwa.

Dass Swift hier eine gewisse Ernsthaftigkeit attestiert wird, hat seine Gründe: Mit Aaron Dessner hat sich die US-Musikerin ein ziemlich anerkanntes Mastermind auf die Platte geholt. Dessner ist eigentlich bekannt für seine Alternative Rock-Band The National – ihres Zeichens Kritikerlieblinge und mit dem Song "Fake Empire" auch Herzchen Obamas (er nutze das Stück für seinen Wahlkampf und outete sich als Fan). Dessners Buddy Justin Vernon, bekannter unter dem Namen Bon Iver, ist auch auf "Folklore" vertreten: Er trällert den Song "Exile" mit Swiftie.

Außerdem mal wieder am Start: Jack Antonoff. Er arbeitete schon vorher mit Swift zusammen, hat mit seiner eigenen Band The Bleachers hin und wieder Erfolge, war mal mit Lena Dunham liiert und ist hinter all dem eine ziemliche Pop-Hitmaschine. Auf sein Konto gehen Banger von Lorde, Sia, Fifth Harmony oder Troye Sivan.

Könnte man also durchaus die A-Garde des Business nennen, die da zusammengekommen ist, um das neue Swift-Album zu unterstützen. Braucht es etablierte, weiße Männer, um von der selbst ernannt anspruchsvolleren Musikpresse ernst genommen zu werden? Oder ist es Corona? Taylor Swift selbst sagt nämlich, das Album sei in Isolation und Ruhe durch die Corona-Pandemie entstanden. Passend dazu ist die Platte nachdenklicher und ein bisschen weniger Elektroglitter ballernd als noch das von Zuckerguss überfrachtete "Lover" (das übrigens vor nicht mal einem Jahr veröffentlicht wurde).

In den Visuals und etwa dem Video zu "Cardigan" zeigt sich die 30-Jährige ganz naturverbunden und unprätentiös: Chaotisch gelegte Locken vor dem Gesicht, die unglamouröse Strickjacke um die Schulter, Bäume, Wald – mega-erdig die Taylor. Kann man also alles als total seriös abstempeln.

Oder man sieht es einfach wie es ist: "Folklore" ist ein typisches Taylor-Swift-Album, das einfach ein gewisses Image verfolgt, um sich gut zu verkaufen. Dabei sind die klaviergetriebenen, behutsam produzierten Stücke auf "Folklore" gar nicht schlecht. Es sind aber – egal ob mit Dessner und Vernon oder ohne – ziemlich geradlinige Popsongs. Hätte man sie ohne Bon Iver und The National vielleicht eher "belanglos" statt "leichtfüßig" genannt? Möglich. Ist aber eigentlich auch egal. Wer Bock auf süße Songs und noch süßere Lyrics hat, der wird mit "Folklore" auf jeden Fall glücklich.

Quelle: Noizz.de