Stormzy gab am vergangenen Donnerstagabend in Berlin das Auftaktkonzert zu seiner "Heavy Is the Head"-Welttour und bewies wieder einmal, dass er das Zeug dazu hat, ganz nach oben zu kommen – und niemandem gönnt man das mehr als dem Londoner Rapper.

Es scheint ganz so, als wollte Stormzy 2020 zu seinem Jahr machen – vielleicht hat er sogar das gesamte neue Jahrzehnt im Visier. Ordentlich vorgelegt, hat der Londoner Rapper in dieser Woche zumindest schon einmal: Zuerst sichert er sich am vergangenen Dienstag den Sieg bei den Brit-Awards in der Kategorie "Bester Britischer Solokünstler", zwei Tage später bringt er die Stimmung vor knapp 3.000 Fans während des Auftakt-Konzerts seiner "H.I.T.H."-Welttournee – eine Abkürzung für sein im Dezember erschienenes, zweites Album "Heavy Is the Head"– in der Berliner Columbiahalle zum Kochen.

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Fast drei Jahre ist es her, als Stormzy das letzte Mal in Berlin performte. Damals im Mai 2017 rappte er noch Zeilen aus seinem Debütalbum "Gang Signs & Prayer" im Astra Kulturhaus. Die Show war ebenfalls ausverkauft – allerdings mit nur 1.500 Menschen. Mit seinem energiegeladenen Konzert am Donnerstag bewies der 26-Jährige jetzt, dass er auch vor doppelt so großem Publikum, auf einer fast doppelt so großen Bühne, mit krasseren Scheinwerfern und basslastiger Akustik von der ersten Sekunde an, der Menge das Gefühl geben kann: Ich bin einer von euch – und jetzt, lasst uns abgehen.

Stormzy in der Columbiahalle in Berlin am 20. Februar 2020

Stormzy: Musikalisches Talent und Vorbild seiner Generation

Direkt zu Beginn beim ersten Track "Audacity" dreht er voll auf, bringt die Menge zum Toben und lenkt die Energie beim nächsten Track, dem R'n'B-Song "Do Better", mühelos in softere Bahnen, bringt alle zum Mitsingen und Arme schwingen. Immer wieder ruft er seiner "Energy Crew" – den Fans, die vorne richtig krass abgehen – zu und lässt alle wissen, wie sehr er feiert, wieder in der Stadt zu sein ("I love you"). Stormzy performt in der Columbiahalle auch den Track "Crown", aus dem die Zeile "Heavy is the head that wears the crown" ("Schwer ist der Kopf, der die Krone trägt") stammt, nach der Album und Tour benannt sind – eigentlich ein Shakespeare Zitat.

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Eine Krone kann man sich auf dem Kopf des 26-Jährigen dank seiner außerordentlichen Leistungen tatsächlich sehr gut vorstellen – dass der Druck und die Verantwortung, die mit dem Erfolg kommen, nicht immer leicht zu tragen sind, aber auch. Dabei macht Stormzy auch als Vorbild für seine Generation einen bemerkenswerten Job: In der Vergangenheit hat er nicht nur offen über seine Depression gesprochen und damit das Tabu um psychische Gesundheit gebrochen, er animiert junge Menschen auch aktiv zum Wählen, setzt sich gegen Rechts ein und finanziert Schwarzen Studierenden das Studium an der britischen Elite-Universität Cambridge.

Kurzum: Stormzy ist jemand, dem man Erfolg wünscht, dem man gerne beim Kampf um den Rap-Thron zusieht. Spätestens seit Donnerstag ist klar: Der Londoner kann die Krone tragen – mit erhobenem Kopf.

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  • Quelle:
  • Noizz.de