Unklar, selbst nach Experten-Meinung von Kex Kuhl.

Manchmal erreichen einen Videos, die man im ersten Moment nicht so genau einordnen kann. So ein Video kommt von Rapper und Politiker Stadtrat Ferrat feat. Bratino68 und trägt den Titel "Rathaus, Nutten, Gang Bang".

Wir vermuteten hinter der amateurhaften Inszenierung und den nicht ganz so freshen Skills eine gewisse Substanz. Also haben wir uns Rapper Kex Kuhl für eine Expertenmeinung rangeholt. Dass der weiß, wovon er spricht, könnt ihr hier sehen:

Aber zurück zu Nutten und Stadtrat Ferrat. Das Video hat Kex Kuhl für uns so eingeschätzt:

„Es hat offensichtlich eine politische Message. Peter Kurz ist scheinbar kein Ehrenmann. Das entnehme ich dem Ganzen. Es ist musikalisch, wenn man es so überhaupt schimpfen darf, seeeehr schlecht. Sehr, sehr schlecht.“

„Peter Kurz will anscheinend eine Nuttensteuer und das finden die nicht cool. Ich weiß nicht, was für einen Bezug die zu Nutten haben oder der besungenen Olga, aber die Jungs finden das echt nicht geil.“

„Dem Text zum Schluss konnte ich noch entnehmen, dass Ende 2017 der Punkt erreicht ist, wo die Steuer entschieden wird. Ich weiß auch nicht, auf welche Seite sie sich schlagen. Sind die auf der Seite der Nutten oder wollen die überhaupt keine Prostitution? Oder sagen die Ja zu Prostitution, aber Nein zu Zuhälterei? Und was ist dann mit den echten Zuhältern? Oder sind die vielleicht selber Zuhälter und es stört sie, dass sie jetzt Steuern zahlen müssen? Oder wären sie gerne Zuhälter? So sehen sie zumindest nicht aus. Der Feature-Gast schon eher, aber ein sehr junger und sehr ambitionierter Zuhälter, der es in frühen Jahren geschafft hat.“

„Aber der andere, der die Hook so schief singt und absolut gar kein Taktgefühl besitzt, der sieht auf jeden Fall nicht aus wie ein Zuhälter oder Lude. Er sieht auf jeden Fall nicht so aus, als hätte er was damit zu tun, außer dass er vielleicht Kunde ist. Er wäre ein sehr guter Kunde, ja.“

Die Verwirrung bleibt

Selbst nach der Einordnung durch einen Experten bleibt also vieles im Dunkeln. Ein Blick auf Facebook-Seite und Homepage von Stadtrat Ferrat fügt mehr Mosaik-Teile hinzu. Stadtrat Julien Ferrat aus Mannheim ist Mitglied der Familien-Partei und hat eine längere Geschichte im Zusammenhang mit Rap-Songs. So sorgte er schon mit einem mittlerweile gelöschten Video mit dem Titel „Mannheimer Ghetto“ für offenstehende Münder - allerdings nicht positiv, wie Focus berichtete.

Ein Ehrenmann?

Allerdings ist die Message von „Rathaus, Nutten, Gang Bang" durchaus eine ernst gemeinte. Ende 2017 wird über eine Sexsteuer abgestimmt, mit der der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz wohl Einnahmen generieren will.

Julien Ferrat wettert nicht nur in seinem Song dagegen und kritisiert die potenzielle Einführung als frauenfeindlich. Ob das die Sache endgültig aufklärt oder sich weitere Fragen stellen, wagen wir an dieser Stelle gar nicht final zu beantworten. (Wer ist Olga? Warum wird in dem Song immer wieder einer Frau auf den Hintern gehauen, wenn er frauenfreundlich sein soll? Warum trägt Oberbürgermeister Peter Kurz so viel Bargeld mit sich rum, wenn die Steuer noch gar nicht eingeführt ist?)

Wer möchte, kann bei der ganzen Geschichte natürlich tiefer einsteigen. Wir raten allerdings allen Nicht-Mannheimern und nicht steuerpflichtigen Prostituierten davon ab.

Quelle: Noizz.de