Der Drop hat selbst Hardcore-Fans überrascht!

Eminem hat in der Nacht von Donnerstag auf Freitag einfach mal eine Kamikaze-Aktion gemacht: Der Rapper hat sein neues Album „Kamikaze“ gedroppt!

13 Tracks sind auf dem zehnten Studioalbum des Rappers, produziert von Em und Dr. Dre.

Das Album dürfte vor allem jenen Fans von Eminem gefallen, denen Revival „zu Mainstream“, „zu soft“, „zu viel Pop“ war.

Denn obwohl Em auf dem Album vor allem den Zerfall von Rap kritisiert, freundet er sich musikalisch auf der Platte mit Trap an. Seine Splits sind dabei sauber, klar und schneidend wie Glas – mit Mumble-Rap kann der Rap-God halt weiter nix anfangen.

Er kontert mit „Kamikaze“ jene Fans und Hater, die ihn wegen „Revival“ kritisiert haben, in dem er genau jene Art von Songs produziert hat, die ihnen auf „Revival“ gefehlt haben.

So klingt die neue Platte

Track 1: „The Ringer“

„The Ringer“ schließt inhaltlich an den Track „Chloraseptic“ von „Revival“ an. Wer Chloraseptic gefeiert hat, wird also auch „The Ringer“ feiern.

Track 2: „The Greatest“

„The Greatest“ ist wie ein zweites „Rap God“. Wer mal wieder einen Ego-Push braucht, fängt am besten mit dem Song an.

Track 3: „Lucky You“

„Lucky You“ hat das erste Feature, Joyner Lucas, ein amerikanischer Rapper, Songwriter, Poet und Sänger. Der Song könnte sofort im Radio laufen – obwohl der Chorus nur einmal kommt. Der Rest? Rap at it's best, von beiden!

Track 4: „Paul“

„Paul“ ist der erste Skit, eine Voicemail von Manager Paul Rosenberg, der zweifelt, ob ein weiteres, überschnelltes Album wirklich so richtig ist.

Track 5: „Normal“

„Normal“ rechnet mit all den crazy Bitches ab, die Eminem in seinem Leben bisher anscheinend Hass-geliebt hat. Die Nummer macht Spaß, weil seine Sprüche, die er allen verkorksten Frauen so reindrückt, einfach schlagfertig sarkastisch sind.

Track 6: „Em Calls Paul“

„Em Calls Paul“ ist der zweite Skit und die Voicemail-Antwort von Eminem an seinen Manager. Darin stellt er klar: Doch, er will verdammt nochmal den Kritikern von „Revival“ den Mittelfinger zeigen.

Track 7: „Stepping Stone“

„Stepping Stone“ ist eine ehrliche Entschuldigung an Ems alte Rap-Truppe „D12“. Eminem hat die aus seiner Sicht als Sprungbrett für seine Solokarriere missbraucht, nach dem Tod von Mitglied Proof. Der Beat und Refrain überzeugt nicht, die Schuldgefühle schon.

Track 8: „Not Alike“

„Not Alike“ hat das zweite Feature. Mit Royce Da 5'9 ein weiterer Radio- und Homeparty-tauglicher Song auf der Platte. Der Beat ist zum Mitnicken und Twerken, erinnert an Drake und Blocboy JB's „Look Alive“. Ein Diss an alle Mumble-Rapper – denn er imitiert diese – nur besser.

Track 9: „Kamikaze“

„Kamikaze“ ist eine Abrechnung mit dem Jahr 2018, das laut Em beschissen war – weil sein neuntes Album „Revival“ so zerissen wurde. Der Rapper will jeden, der sein Werk kritisiert und nicht verstanden hat, nun ja, Kamikaze-mäßig k.o. kicken.

[Wir haben das Album „Revival“ übrigens verstanden – und nie am Rap-Gott gezweifelt, wie ihr hier nachlesen könnt]

Track 10: „Fall“

„Fall“ fängt an wie die erste emotionale, langsame, traurige Nummer, ist aber nur ein getarnter Diss an alle, die „Revival“ gedisst haben. Der Beat ist deep, dark und der Chorus mit Justin Vernon geht unter die Haut.

In Track 11: „Nice Guy“

In „Nice Guy“ mit Jessie Reyez schlüpft die Sängerin in die Rolle jener crazy Bitch, von der Eminem in „Normal“, Track 5, so genervt ist. Die Stimme von Jessie zerreißt übrigens!

Track 12: „Good Guy“

„Good Guy“ schließt nahtlos an „Nice Guy“, Track 11 an. Darin spricht Em über seinen struggle, jemals ein guter Mann, guter Freund zu sein, in einer guten Beziehung zu leben. Die Stimme von Jessie zerreißt übrigens ein zweites Mal!

Track 13: „Venom“

„Venom“ ist auch im Soundtrack zum gleichnamigen Spider-Man-Spin-off. Bisschen viel Syntheziser …

Der Film soll am 3. Oktober 2018 in den deutschen Kinos starten. Der Song ist wie der Film – irgendwie ein unnötig, erst Recht als Abschluss.

Fazit

First things first! Ich fand „Revival“ klasse, weil auch Rapper erwachsen werden dürfen. Die Platte hatte bewiesen, das Rap keine Nische sein muss, sondern massentauglich ist, ohne irrelevant zu werden. Eminem darf sich meiner Meinung nach mittlerweile mit anderen Themen beschäftigen als Slim Shady, er darf einen anderen Sound prägen und seiner Zeit mal wieder voraus sein. Als Fan von Powerfrauen des Pop und R & B wie P!nk und Khelani fand ich Ems Features legendär und Tracks wie „Chloraseptic“ haben bewiesen, das der Rapper definitiv nicht zu soft ist.

Nun zum neuen Album: Bei „Kamikaze“ gefällt mir das Konzept nicht, die einzelnen Songs aber schon. Da gibt's für mich nur zwei schlechte: „Venom“ und „Stepping Stone“. Insgesamt finde ich es schade, dass sich Em von der Kritik über „Revival“ hat verunsichern lassen. Denn aus keinem anderen Grund ist meiner Meinung nach „Kamikaze“ entstanden.

Hier könnt ihr euch eure eigene Meinung von Eminems neuem Masterpiece „Kamikaze“ machen!

Quelle: Noizz.de